GRAZ JOURNAL

Die Galerien von Graz: Zeitgenössische Kunst und Off-Spaces

Alle Kunstgalerien in Graz: Kunsthaus, Neue Galerie, Camera Austria, Halle für Kunst, rotor, esc medien kunst labor, KULTUM, Reinisch Contemporary, Forum Stadtpark und weitere. Schwerpunkte, Adressen, Öffnungszeiten, Eintrittspreise.

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Die Galerien von Graz: Zeitgenössische Kunst und Off-Spaces

Museen und institutionelle Galerien

Wir haben uns durch Graz' Galerien und Offspaces geschaut - von den großen Joanneum-Häusern bis zu den Projekträumen im Lend- und Annenviertel. Programme und Öffnungszeiten haben wir über das Universalmuseum Joanneum und die Websites der einzelnen Galerien geprüft. Du kennst einen Ausstellungsraum in Graz, der hier noch fehlt? Schreib uns an [email protected].

Die großen Häuser in Graz gehören überwiegend zum Universalmuseum Joanneum, das 1811 von Erzherzog Johann gegründet wurde und als ältestes öffentliches Museum Österreichs gilt. Das Joanneum-Ticketsystem umfasst Einzeltickets, 24-Stunden-Karten (20 Euro) und 48-Stunden-Karten (26 Euro), die jeweils für alle 20 Häuser des Verbunds gelten. Personen unter 19 Jahren haben bei Einzeltickets freien Eintritt.

Kunsthaus Graz
Zeitgenössische Kunst · Universalmuseum Joanneum
Lendkai 1
8020 Graz
(Bezirk Lend)

Das Kunsthaus am Lendkai ist das bekannteste Gebäude der zeitgenössischen Grazer Architektur. Die Londoner Architekten Peter Cook und Colin Fournier (Spacelab) gewannen den Wettbewerb im Jahr 2000; eröffnet wurde das Haus im September 2003 als Teil des Kulturhauptstadtjahres. Die weiche, blau schimmernde Blob-Fassade aus rund 1.300 Acrylglasplatten wurde international schnell zum Markenzeichen der Stadt — die Bezeichnung "Friendly Alien" stammt von den Architekten selbst. Die BIX-Medienfassade des Berliner Büros realities:united besteht aus 930 kreisförmigen Leuchtstoffröhren, die abends Bilder und Animationen zeigen. Laut dem Architektur-Steckbrief des Joanneums stehen insgesamt rund 11.100 Quadratmeter Gebäudefläche zur Verfügung, davon etwa 2.250 Quadratmeter für wechselnde Ausstellungen. Das Kunsthaus versteht sich als Ausstellungshaus ohne eigene Sammlung. Der Schwerpunkt liegt auf internationaler Gegenwartskunst ab den 1960er-Jahren, mit besonderem Blick auf Fotografie, Medienkunst, Architektur und Design. Im Erdgeschoss befindet sich zusätzlich der Ausstellungsraum von Camera Austria.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen 10 bis 18 Uhr. Eintritt Einzelticket: 13 Euro regulär, 6,50 Euro für Studierende (19 bis 25 Jahre), frei unter 19 Jahren. Ein Audioguide kostet 3 Euro. Führungen finden sonntags statt und kosten 4 Euro pro Person.

Joanneum Gegenwartskunst Di-So 10-18 13 €
Neue Galerie Graz mit BRUSEUM
Kunst 19.-21. Jh. · Universalmuseum Joanneum
Joanneumsviertel, Zugang Neutorgasse 45
8010 Graz
(Innere Stadt)

Die Neue Galerie ist das Landesmuseum für Kunst vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Seit 2011 ist sie im Joanneumsviertel untergebracht, dem unterirdischen Erweiterungsbau der Architekten Nieto Sobejano und eep architekten. Die Sammlung umfasst mehr als 70.000 Werke, darunter bedeutende Bestände österreichischer Malerei und Plastik des 19. Jahrhunderts (Waldmüller, Schindler, Koch), der Wiener Moderne, der Nachkriegsavantgarde und des Wiener Aktionismus. Ein eigener Schwerpunkt ist seit November 2011 das BRUSEUM, ein der Person und dem Werk Günter Brus' gewidmeter Bereich. Es entstand aus einer Schenkung des Künstlers und umfasst Aktionsfilme, Einzelfotografien, Bildgedichte und Zyklen. Zu den Dauerausstellungen kommen regelmäßig Wechselschauen zur Neoavantgarde, zur Aktionskunst und zu zeitgenössischen Positionen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr. Eintritt: 13 Euro regulär, 6,50 Euro ermäßigt für Studierende, frei unter 19 Jahren. Die 24-Stunden-Joanneumskarte für 20 Euro gilt für alle Häuser des Verbunds.

Joanneum Sammlung Di-So 10-18 13 €
Halle für Kunst Steiermark
Zeitgenössische Kunst · Kunsthalle
Burgring 2
8010 Graz
(am Stadtpark)

Das Gebäude am Burgring 2 wurde 1951/52 nach Plänen von Robert Haueisen als erstes Kulturhaus der Zweiten Republik in der Steiermark errichtet — nach dem Vorbild der Wiener Secession. Es diente Jahrzehnte als Künstlerhaus der Künstlervereinigung Steiermark. Zwischen 2010 und 2012 sanierte das Grazer Büro Bramberger in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt den Bau umfassend. 2021 wurde das Haus unter dem neuen Namen Halle für Kunst Steiermark wiedereröffnet und positioniert sich seither klarer im Bereich institutionell kuratierter internationaler Gegenwartskunst. Das Haus verfügt über rund 670 Quadratmeter Ausstellungsfläche, verteilt auf drei Hallen. Frühjahr 2026 zeigt die Halle unter anderem Einzelschauen von Eva Ursprung und Susanne Wenger sowie ab Mai die Gruppenausstellung "A.rtificial I.ntrospection O." mit historischen und zeitgenössischen Positionen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, an Feiertagen geöffnet. Eintritt: frei.

Kunsthalle International Di-So 10-18 Eintritt frei
KULTUM — Kulturdokumentation des Landes Steiermark
Kunst · Religion · Interdisziplinär
Mariahilferplatz 3/I
8020 Graz
(Bezirk Lend)

KULTUM ist ein interdisziplinärer Raum für zeitgenössische Kunstformen mit einem besonderen Fokus auf die Schnittstelle von bildender Kunst, Religion, Spiritualität und existenziellen Fragen. Seit dem Jahr 2000 wird das Haus von Kurator Johannes Rauchenberger geleitet. Die Institution ist in einem renovierten historischen Klosterbau am Mariahilferplatz untergebracht und hat über die Jahre eine Sammlung von mehr als 700 Werken aufgebaut. Neben bildender Kunst umfasst das Programm Literaturveranstaltungen, Neue Musik, Filmvorführungen und Vermittlungsformate für junges Publikum. Die aktuelle Hauptausstellung "Gott hat kein Museum" (September 2025 bis Juli 2026) zeigt die wachsende Sammlung in zehn thematischen Sektionen mit Werken von über 40 nationalen und internationalen Positionen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11 bis 17 Uhr, Sonntag 15 bis 18 Uhr (Sommerzeit). Eintritt: frei.

Interdisziplinär Kunst & Religion Di-Sa 11-17 Eintritt frei
Museum der Wahrnehmung MUWA
Wahrnehmungskunst · Konstruktive Kunst
Friedrichgasse 41
8010 Graz
(Innere Stadt)

Das 1990 gegründete MUWA ist auf visuelle Wahrnehmungsinstallationen und zeitgenössische konstruktive sowie reduktive Kunst spezialisiert. Die Ausstellungen zeigen Arbeiten von etablierten und aufstrebenden Positionen, ergänzt durch Architektur- und Wissenschaftspräsentationen. Daneben betreibt das Haus ein Vermittlungsprogramm mit Workshops, Vorträgen und Konzerten zeitgenössischer Musik. Eine Fachbibliothek mit Schwerpunkt reduktive Kunst und ein Samadhi-Bad (sensorisches Entspannungsbecken) im Untergeschoss ergänzen das Angebot. Im Frühjahr 2026 zeigt das MUWA unter anderem "Barbara Höller: Präsenz der Linien" (bis September 2026) und die interaktive Ausstellung "Please Touch Me" (bis April 2026).

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag 13 bis 17:30 Uhr. Eintritt: 4,50 Euro regulär, 4 Euro ermäßigt (Studierende, Senioren), 3 Euro Kinder und Jugendliche (6 bis 18 Jahre), Familienkarte 11 Euro. Führungen: 5,50 Euro pro Person.

Wahrnehmungskunst Konstruktiv Mi-Mo 13-17:30 4,50 €

Fotografie und Medienkunst

Graz hat sich seit den 1970er-Jahren als Standort für Fotografie und Medienkunst international positioniert. Zwei Institutionen stehen dabei im Zentrum: Camera Austria als eine der wichtigsten europäischen Plattformen für Fotografie als künstlerische Praxis und esc medien kunst labor als Raum an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und kultureller Datenverarbeitung.

Camera Austria
Fotografie · Zeitschrift · Archiv
Lendkai 1 (im Kunsthaus Graz, Erdgeschoss)
8020 Graz
(Bezirk Lend)

Camera Austria ist keine klassische Galerie, sondern eine international beachtete Institution für Fotografie. Sie entstand 1974 im Forum Stadtpark und verdankt ihre Gründung den Fotografen Manfred Willmann, Seiichi Furuya und der Theoretikerin Christine Frisinghelli. Aus der Fotogalerie wurde 1980 die Zeitschrift "Camera Austria International", die seither vierteljährlich in deutscher und englischer Sprache erscheint und als eines der wichtigsten Fachorgane zur Fotografie als künstlerischer Praxis gilt. Seit 2003 befindet sich Camera Austria im Erdgeschoss des Kunsthauses (Space04). Der rund 160 Quadratmeter große Ausstellungsbereich zeigt jährlich drei bis vier kuratierte Schauen, oft in Form von Einzelpräsentationen mit neu entstandenen Arbeiten. Daneben betreibt Camera Austria ein umfangreiches Archiv, das Foto-Archiv Pierre Bourdieu, ein Lesezimmer mit der kompletten Zeitschriftensammlung und einen Shop. Die aktuelle Ausstellung "Platform Wars" (bis Mai 2026) untersucht, wie zentralisierte Online-Plattformen als politische und ökonomische Infrastrukturen die Bildkultur beeinflussen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr. Eintritt: frei.

Fotografie Seit 1974 Di-So 10-17 Eintritt frei
esc medien kunst labor
Medienkunst · Kulturelle Daten · Experiment
Bürgergasse 5 (Palais Trauttmansdorff)
8010 Graz
(Innere Stadt)

esc medien kunst labor ist ein Verein, der Kunstprojekte initiiert und ermöglicht, kulturelle Daten sammelt, verarbeitet und veröffentlicht. Der Raum im Palais Trauttmansdorff in der Bürgergasse arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft. Die Projekte bewegen sich häufig im Bereich Netzkultur, Open Source, Datenvisualisierung und partizipativer Medienkunst. esc ist Teil des Netzwerks mur.at, das mehrere Grazer Kunstinitiativen digital verbindet, und war in den vergangenen Jahren regelmäßig ins Programm des Steirischen Herbstes eingebunden. Die Ausstellungen wechseln in unregelmäßigen Abständen, typischerweise alle sechs bis acht Wochen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 bis 19 Uhr. Eintritt: frei.

Medienkunst Netzkultur Di-Fr 14-19 Eintritt frei
raum
Fotografie · Visuelle Medien · Ateliergemeinschaft
Griesgasse 26
8020 Graz
(Bezirk Lend)

raum in der Griesgasse versteht sich als Ateliergemeinschaft zur Forschung am fotografischen Bild und an visuellen Medien. Der Raum funktioniert gleichzeitig als Arbeitsstudio und Ausstellungsort, in dem Wissen kollektiv geteilt und praktiziert wird. Die Ausstellungen konzentrieren sich auf Industrie- und Architekturfotografie, serielle fotografische Arbeiten und fotografische Essays. Ziel des Kollektivs ist es, Fotografie durch Forschung, Diskussion und Präsentation einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Im April 2026 zeigt raum die Ausstellung "Bildstrom" von Tom Biela, die Bildströme als zeitgenössische Rezeptionsform untersucht.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 16 bis 19 Uhr sowie nach Vereinbarung. Eintritt: frei.

Fotografie Kollektiv Mi-So 16-19 Eintritt frei

Kommerzielle Galerien

Neben den institutionellen Häusern existiert in Graz eine Szene kommerzieller Galerien, die mit wechselnden Einzel- und Gruppenausstellungen einen engen Kontakt zur heimischen und internationalen Künstlerschaft pflegt. Die meisten dieser Galerien haben ihren Sitz in der Inneren Stadt — in einem Radius von wenigen hundert Metern um den Opernring, die Bürgergasse und den Hauptplatz.

Galerie Eugen Lendl
Moderne · Zeitgenössisch · Verkaufsgalerie
Bürgergasse 4 (Palais Lengheimb, 1. OG)
8010 Graz
(Innere Stadt)

Die Galerie Eugen Lendl besteht seit 1990 und zählt zu den wichtigsten kommerziellen Grazer Galerien. Das Programm verbindet Positionen der klassischen Moderne mit zeitgenössischen Arbeiten — darunter Werke von Kiki Kogelnik, Günter Brus (im Zusammenspiel mit dem BRUSEUM), Hermann Nitsch, Arnulf Rainer und jüngeren österreichischen Positionen. Lendl arbeitet eng mit dem österreichischen Auktionshaus-Markt und mit internationalen Kunstmessen zusammen. Die Galerie richtet jährlich mehrere wechselnde Ausstellungen aus und hat sich über drei Jahrzehnte als feste Größe in der steirischen Galerienszene etabliert.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr. Eintritt: frei.

Seit 1990 Moderne & Gegenwart Di-Fr 14-19 Eintritt frei
Reinisch Contemporary
Zeitgenössisch · Malerei · Skulptur · Verkaufsgalerie
Hauptplatz 6
8010 Graz
(Innere Stadt)

Reinisch Contemporary wird seit über 25 Jahren von Helmut Reinisch geführt und hat ihren Sitz direkt am Grazer Hauptplatz. Die Galerie sammelt, zeigt und handelt mit österreichischer und internationaler zeitgenössischer Kunst — der Fokus liegt auf Malerei, Skulptur, Textilkunst und Fotografie, sowohl formalistischer als auch experimenteller Prägung. Im Programm finden sich Einzelausstellungen von aufstrebenden Positionen ebenso wie frühe Arbeiten etablierter Namen (Arnulf Rainer, Joseph Beuys). Reinisch ist an österreichischen Kunstmessen beteiligt und nimmt regelmäßig an den Galerientagen teil. Im Frühjahr 2026 zeigt die Galerie die Ausstellung "Sonne da — Fenster auf" von Levente Szücs, die Fotografie und Malerei miteinander verbindet.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr. Eintritt: frei.

Verkaufsgalerie Malerei & Skulptur Mi-Fr 10-18 Eintritt frei
Galerie Zimmermann Kratochwill
Zeitgenössisch · Sozialpolitische Positionen
Opernring 7
8010 Graz
(Innere Stadt)

Die Galerie Zimmermann Kratochwill wurde im Oktober 2010 am Opernring gegründet und hat sich auf zeitgenössische Kunst mit einem innovativen Zugang spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt auf sozialpolitischen Positionen in lokalen und globalen Kontexten — das Programm umfasst nationale und internationale Positionen, die regelmäßig in Einzelschauen und Gruppenausstellungen gezeigt werden. Die Galerie unterstützt Ausstellungen durch begleitende Publikationen. Im April 2026 zeigt eine kuratierte Auswahl aus der historischen Sammlung des Galeristen Eugen Lendl, gestaltet vom Künstlerduo zweintopf — eine Hommage an Lendls Rolle in der Grazer Kunstszene seit den 1980er-Jahren.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr, sowie nach Vereinbarung. Eintritt: frei.

Seit 2010 Sozialpolitisch Di-Fr 14-18 Eintritt frei
Galerie Leonhard
Konkrete Kunst · Op-Art · Kinetik · Verkaufsgalerie
Opernring 7 / Ecke Girardigasse
8010 Graz
(Innere Stadt)

Die Galerie Leonhard am Opernring ist auf Konstruktivismus, Op-Art, kinetische Kunst und Konkrete Kunst spezialisiert — ein Profil, das sie in der Grazer Szene klar von anderen Galerien unterscheidet. Das Programm richtet sich an Sammlerinnen und Sammler mit einem Interesse an geometrisch-abstrakten Positionen. Jährlich finden rund zehn Einzel- oder Themenausstellungen statt. Die Galerie betreibt zusätzlich einen Online-Shop für Neuerwerbungen. Im Frühjahr 2026 zeigt die Galerie eine Werkschau von Manfred Makra, dessen 50-teilige Serie "Drifts" sich auf die Architektur von Mies van der Rohe und japanisches Design bezieht.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 15 bis 18:30 Uhr, Samstag 9:30 bis 12:30 Uhr. Eintritt: frei.

Konkrete Kunst Op-Art Mo-Fr 15-18:30 Eintritt frei
Galerie GRILL
Zeitgenössische Kunst · Design · Verkaufsgalerie
Bürgergasse 5 (Palais Trauttmansdorff)
8010 Graz
(Innere Stadt)

Die 2021 in der Grazer Altstadt gegründete Galerie GRILL versteht sich als Verkaufsgalerie für zeitgenössische Kunst und Design. Der Schwerpunkt liegt auf Malerei, Druckgrafik und Skulptur, ergänzt durch Designpositionen des 20. Jahrhunderts. Jährlich zeigt die Galerie drei bis vier Ausstellungen, die sowohl etablierte internationale als auch aufstrebende Positionen vorstellen. Die Galerie fördert den Dialog zwischen Kunstschaffenden, Sammlern und Fachleuten und legt Wert auf disziplinübergreifenden Austausch. Der Standort im Palais Trauttmansdorff — in direkter Nachbarschaft zum Grazer Kunstverein und zu esc medien kunst labor — macht einen kombinierten Besuch sinnvoll.

Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag 13 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung. Eintritt: frei.

Seit 2021 Kunst & Design Do-Fr 13-18 Eintritt frei
ROOM OF FINE ARTS
Zeitgenössisch · Österreichische Kunst · Verkaufsgalerie
Bürgergasse 5, Palais Trauttmansdorff Passage
8010 Graz
(Innere Stadt)

Die 2021 gegründete ROOM OF FINE ARTS (ROFA) zeigt in der Passage des Palais Trauttmansdorff Einzelausstellungen, Gruppenausstellungen und thematische Präsentationen von österreichischen und internationalen Positionen. Das Galerieprogramm umfasst Vernissagen mit Kunsthistorikern und den ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern. Neben den wechselnden Ausstellungen führt die Galerie dauerhaft Werke etablierter österreichischer Positionen, darunter Günter Brus und Hermann Nitsch. Im Frühjahr 2026 zeigt ROFA die Ausstellung "Wege in die Landschaft" mit Arbeiten von TOMAK, Ines Valentinitsch, Michael Kienzer und Hans Kupelwieser, die sich mit Landschaftsmalerei in zeitgenössischen Medien auseinandersetzt.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 11 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung. Eintritt: frei.

Seit 2021 Zeitgenössisch Mo-Fr 11-18 Eintritt frei
Galerie Transit
Zeitgenössisch · Schmuck · Performance · Künstlerbetrieb
Bürgergasse 11
8010 Graz
(Innere Stadt)

Galerie Transit versteht sich als Knotenpunkt zwischen künstlerischer Produktion und öffentlicher Rezeption. Der von Künstlerinnen und Künstlern selbst betriebene Raum in der Bürgergasse zeigt zeitgenössische Kunst, die sonst verborgen bliebe. Die Ausstellungen reagieren bewusst auf ihre jeweiligen Orte und nutzen die flexiblen Raumverhältnisse der Galerie. Zu den Schwerpunkten zählen zeitgenössischer Schmuck, Performance und Atelierpraktiken. Im April 2026 zeigt Christina Helena Romirer unter dem Titel "Erfundene Steine" keramische Objekte, die aus gesammelten Abfallmaterialien entstanden sind und Konsum, Natur und menschliche Einwirkung untersuchen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung. Eintritt: frei.

Künstlerbetrieb Schmuck & Performance Di-Fr 14-18 Eintritt frei

Künstler-Initiativen und Off-Spaces

Die Grazer Szene selbstorganisierter Kunsträume ist überschaubarer als in Wien oder Berlin, aber stabil. Mehrere der hier aufgeführten Initiativen existieren seit den 1970er- und 1980er-Jahren und haben sich zu festen Bestandteilen der lokalen Kulturinfrastruktur entwickelt. Die Grenze zwischen "Off-Space" und institutionalisiertem Raum ist in Graz oft fließend: Einige dieser Räume erhalten regelmäßige Förderungen von Stadt und Land, andere finanzieren sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Eigenleistung.

< rotor > Zentrum für zeitgenössische Kunst
Sozialpolitische Kunst · Residency · Publikationen
Volksgartenstraße 6a
8020 Graz
(Bezirk Lend)

rotor wurde 1999 von Anton Lederer und Margarethe Makovec gegründet und versteht sich als Centre for Contemporary Art mit einem dezidiert politischen Kunstbegriff. Im Fokus stehen Arbeiten, die sich mit sozialen, ökologischen, wirtschaftlichen und politischen Fragen auseinandersetzen. rotor arbeitet mit einem Artist-in-Residence-Programm, internationalen Kooperationen — besonders mit Südost- und Osteuropa — und veröffentlicht regelmäßig Publikationen. Einige Projekte bewegen sich im öffentlichen Raum und verbinden Kunst mit Stadtentwicklungsfragen. Die aktuelle Ausstellung "Im Rad der Emotionen: Bewusstsein, Fürsorge und Formen leiser Resilienz in Krisenzeiten" läuft bis April 2026. Das Haus liegt in Fußnähe zum Lendplatz und zum Kunsthaus.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag 12 bis 16 Uhr, Mittwoch bis 22 Uhr, Sonntag und Feiertage geschlossen. Eintritt: frei.

Seit 1999 Sozialpolitisch Mo-Fr 10-18, Sa 12-16 Eintritt frei
Grazer Kunstverein
Zeitgenössisch · International · Non-Profit
Burggasse 4 (Palais Trauttmansdorff)
8010 Graz
(Innere Stadt)

Der Grazer Kunstverein wurde 1986 gegründet und hat seinen Sitz im Erdgeschoss des historischen Palais Trauttmansdorff, gegenüber dem Grazer Dom. Der Kunstverein arbeitet gemeinnützig, mitgliederbasiert und international ausgerichtet: Er besitzt keine eigene Sammlung und zeigt ausschließlich Wechselausstellungen, oft von jüngeren oder international wenig bekannten Positionen. Die Räume unter den Kreuzgewölben des Palais bieten eine Mischung aus historischer Substanz und reduziertem White Cube. Finanziert wird der Verein über Mitgliedsbeiträge sowie Förderungen der Stadt Graz und des Landes Steiermark.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 12 bis 18 Uhr. Eintritt: 4 Euro regulär, 2 Euro ermäßigt (Studierende, Senioren, Personen mit Behinderung), frei für Mitglieder und Arbeitslose.

Seit 1986 International Mi-So 12-18 4 €
Forum Stadtpark
Interdisziplinär · Produktion · Präsentation
Stadtpark 1
8010 Graz
(Innere Stadt, im Stadtpark)

Das Forum Stadtpark wurde 1959 gegründet, als Künstlerinnen und Künstler erfolgreich gegen den Abriss des historischen Stadtpark-Cafés kämpften und das Gebäude als Kulturhaus durchsetzten. Seither arbeitet der Verein als unabhängige, selbstverwaltete Künstlervereinigung, die einen erweiterten Kunstbegriff vertritt und disziplinübergreifend in sieben Bereichen programmiert: bildende Kunst, Design, Stadt und Raum, Musik, Literatur, Performance und gesellschaftspolitische Themen. Das Haus verteilt sich auf drei Stockwerke mit mehreren Veranstaltungsräumen und funktioniert als Ausstellungshalle, Konzertort, Theater, Club, Kino und Diskursplattform. Jährlich finden rund 150 Veranstaltungen für etwa 15.000 Besucherinnen und Besucher statt.

Öffnungszeiten Ausstellungen: Dienstag bis Samstag 14 bis 18 Uhr. Eintritt: Die meisten Veranstaltungen sind bei freiem Eintritt zugänglich.

Seit 1959 Interdisziplinär Di-Sa 14-18 Eintritt meist frei
RHIZOM
Kollektiv · Transdisziplinär · Partizipativ
Annenstraße 52
8020 Graz
(Bezirk Lend)

RHIZOM ist ein Kollektiv, das seit 1988 in nichthierarchischer Struktur arbeitet und als Produktionsraum für künstlergeleitete Kulturfragen dient. Die Organisation betont internationalen Kulturaustausch und lokales Engagement, mit einem Fokus auf kontextbezogene, transdisziplinäre und partizipative Kunst. Die Projekte umfassen multimediale Installationen und interdisziplinäre Arbeiten, die sich mit zeitgenössischen kulturellen Fragen auseinandersetzen. Der Standort an der Annenstraße liegt im Herzen des Bezirks Lend, dem Quartier mit der höchsten Dichte an unabhängigen Kulturinitiativen in Graz. Öffnungszeiten sind projektabhängig — Termine werden über die Website und Instagram (@RHIZOM.graz) kommuniziert.

Eintritt: frei.

Seit 1988 Kollektiv Projektabhängig Eintritt frei
Schaumbad — Freies Atelierhaus Graz
Atelierhaus · Produktion · Ausstellungen
Puchstraße 41
8020 Graz
(Bezirk Puntigam)

Das 2008 als Künstlerverein gegründete Schaumbad versteht sich als Ort individueller und kollektiver künstlerischer Arbeit und Vermittlung. Es vereint Ateliers, gemeinsam genutzte Werkstätten, Ausstellungs- und Veranstaltungsräume unter einem Dach. Schaumbad ist dabei keine Galerie im klassischen Sinne, sondern eine Produktionsstätte, die regelmäßig ihre Türen für Ausstellungen und Werkschauen öffnet. Die jährliche Werkschau — 2026 unter dem Titel "Die neue Tradition" (April bis Mai) — zeigt einen aktuellen Querschnitt der Arbeiten langjähriger Mitglieder und neuer Positionen. Der Standort liegt südlich der Innenstadt, am besten erreichbar mit der Straßenbahnlinie 5.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14 bis 18 Uhr. Eintritt: frei.

Seit 2008 Atelierhaus Mi-Sa 14-18 Eintritt frei
WERKSTADT GRAZ
Künstlerbetrieb · Seit 1979 · Netzwerk
Sporgasse 16
8010 Graz
(Innere Stadt)

WERKSTADT GRAZ ist seit 1979 als Hybridform zwischen physischem und digitalem Raum aktiv und zählt damit zu den ältesten unabhängigen Kulturinitiativen der Stadt. Der von Künstlerinnen und Künstlern geleitete Raum in der Sporgasse — einer der ältesten Straßen der Grazer Altstadt — funktioniert als Galerie, Produktionsraum und Ausstellungsort. Im April 2026 zeigt die Gruppenausstellung "HAND WERK" reversible und irreversible künstlerische Prozesse in Handformatarbeiten, unter anderem mit Werken von Anna Jermolaewa, David Moises und Franz West.

Öffnungszeiten: Freitag 17 bis 19 Uhr, sowie nach Vereinbarung. Eintritt: frei.

Seit 1979 Künstlerbetrieb Fr 17-19 Eintritt frei
PLÜ23
Malerei · Gruppe 77 · Künstlerbetrieb
Plüddemanngasse 23
8010 Graz
(Bezirk Jakomini)

PLÜ23 ist ein von der Gruppe 77 — einem etablierten steirischen Künstlerkollektiv — betriebener Ausstellungsraum, der im Oktober 2019 eröffnet wurde. Der Raum versteht sich als Plattform für den Dialog mit zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern aus der Steiermark und darüber hinaus. Der Schwerpunkt liegt auf zeitgenössischer Malerei und bildender Kunst. Im Frühjahr 2026 zeigt Gisela Grill unter dem Titel "Slow Motion" Malereien, die visuelle Codes, Überlagerungen und Raumkonzepte in Mixed Media auf Leinwand erkunden.

Öffnungszeiten: Freitag 16 bis 19 Uhr, Samstag 11 bis 14 Uhr, sowie nach Vereinbarung. Eintritt: frei.

Seit 2019 Malerei Fr 16-19, Sa 11-14 Eintritt frei
ZIEGEL
Ukrainisches Kollektiv · Interkulturell
Strauchergasse 6
8020 Graz
(Bezirk Lend)
Instagram: @ziegel_graz_community

ZIEGEL ist eine Ateliergemeinschaft ukrainischer Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffender, die nach der russischen Invasion im Februar 2022 nach Graz gekommen sind. Der Raum in der Strauchergasse versteht sich als Ort für Kreativität, Verbindung und kollektive Unterstützung. Das Kollektiv arbeitet antihierarchisch und setzt sich für interkulturellen Dialog ein, während es ukrainische kulturelle Perspektiven in Graz sichtbar macht. Die Ausstellungen und Veranstaltungen wechseln projektabhängig. Im April 2026 zeigt die Einzelausstellung "Elio Polyanskiy: Crossing the Self" Fotografien und interaktive Installationen zu Erinnerung, Identität und Wahrnehmung.

Öffnungszeiten: projektabhängig — Termine über Instagram. Eintritt: frei.

Ukrainisches Kollektiv Interkulturell Projektabhängig Eintritt frei

Weitere Ausstellungsräume

Neben den bereits genannten Häusern gibt es in Graz eine Reihe weiterer Ausstellungsräume, die sich nicht eindeutig einer einzelnen Kategorie zuordnen lassen — von der universitätsnahen Galerie über die kommunale Kunsthalle bis zum Vereinsraum. Einige dieser Räume haben eingeschränkte Öffnungszeiten; ein vorheriger Blick auf die jeweilige Website empfiehlt sich.

Kunsthalle Graz
Zeitgenössisch · Experimentell · Alle Disziplinen
Conrad-von-Hötzendorf-Straße 42a
8010 Graz
(Bezirk Jakomini)

Die Kunsthalle Graz an der Conrad-von-Hötzendorf-Straße ist eine Ausstellungs- und Aktionsplattform für zeitgenössische Kunst aller Disziplinen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Neben Ausstellungen organisiert die Kunsthalle Kunstmessebeteiligungen, Lesungen, Performances, Vorträge, Workshops und Seminare. Das Programm ist experimentell ausgerichtet und umfasst Installationen, Videos und Performances. 2026 zeigt die Kunsthalle unter anderem die Gruppenausstellung "The Human Condition" und die Initiative "Part of the Game" mit wechselnden Gastkünstlerinnen und Gastkünstlern.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 16 bis 20 Uhr, an Feiertagen geschlossen. Eintritt: frei.

Experimentell Alle Disziplinen Di-Fr 16-20 Eintritt frei
Akademie Graz
Kunst · Kultur · Wissenschaft · Vermittlung
Neutorgasse 42
8010 Graz
(Innere Stadt)

Die Akademie Graz versteht sich als Verein zur Vermittlung von Kunst, Kultur und Wissenschaft. Die Institution arbeitet interdisziplinär und untersucht aktuelle gesellschaftspolitische Fragen durch künstlerische Produktionen und innovative Bildungsformate. Zusammen mit aufstrebenden und etablierten Künstlerinnen und Künstlern sowie Bildungs- und Sozialorganisationen in der Steiermark realisiert die Akademie Ausstellungen, Workshops und Diskursformate. Im Frühjahr 2026 zeigt die von Astrid Kury kuratierte Ausstellung "Less is more, more, more" von Claudia Larcher Arbeiten, die Architektur als formgebende Kraft untersuchen.

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 10 bis 17 Uhr, Freitag 10 bis 14 Uhr, sowie nach Vereinbarung. Eintritt: frei.

Vermittlung Interdisziplinär Mo-Do 10-17 Eintritt frei
QL-Galerie
Universitär · Junge Kunst · Non-Profit
Leechgasse 24
8010 Graz
(Bezirk St. Leonhard)

Die 1964 gegründete QL-Galerie wird von der Katholischen Hochschulgemeinde und dem Afro-Asiatischen Institut betrieben. Der Anspruch: den Dialog mit der Kunst und den Künstlerinnen und Künstlern der jeweiligen Zeit zu suchen. Die Galerie zeigt Ausstellungen im Studierendenheim Leechgasse und im öffentlichen Raum "Paradies L." bei der Leechkirche. Ein besonderer Fokus liegt auf Präsentationsmöglichkeiten für jüngere Positionen — durch Ausstellungen, Atelierbesuche und Kunstexkursionen. Im Frühjahr 2026 zeigt "Unfolding Horizons — Female Nigerian Artists in Graz" Arbeiten der zeitgenössischen nigerianischen Künstlerinnen Pamela Cyril-Egware und Juliet Ezenwa Pearce. Der Raum ist vollständig barrierefrei zugänglich.

Öffnungszeiten: täglich 9 bis 20 Uhr. Eintritt: frei.

Seit 1964 Junge Kunst Täglich 9-20 Eintritt frei

Das Joanneum-Ticketsystem im Detail

Der größte Teil der Grazer Museumslandschaft gehört zum Universalmuseum Joanneum. Für Kunstinteressierte sind neben Kunsthaus und Neuer Galerie auch die Alte Galerie in Schloss Eggenberg (Malerei vom Mittelalter bis zum Barock) und das Naturkundemuseum im Joanneumsviertel relevant. Die Ticketpreise laut aktuellem Joanneum-Preisverzeichnis (Stand April 2026): Einzelticket 13 Euro (Erwachsene), 6,50 Euro (Studierende 19 bis 25), frei unter 19 Jahren; 24-Stunden-Karte 20 Euro (Erwachsene), 10 Euro (Studierende); 48-Stunden-Karte 26 Euro (Erwachsene), 13 Euro (Studierende). Die 24- und 48-Stunden-Karten gelten für alle 20 Häuser des Verbunds plus den Tiergarten Herberstein. Senioren und Personen mit Behinderung zahlen 11 Euro (Einzelticket), 17 Euro (24 Stunden) bzw. 22 Euro (48 Stunden).

Wann was los ist: Kalender und Orientierung

Der Grazer Ausstellungskalender folgt einem ähnlichen Rhythmus wie in Wien oder Zürich. Hauptsaison sind Herbst (September bis Dezember) und Frühjahr (März bis Juni), wobei viele Häuser den Juli und August für Instandhaltung und Umbauten nutzen. Große Eröffnungen finden meist donnerstags oder freitags statt, wobei das Kunsthaus seine Highlight-Eröffnungen häufig mit dem Steirischen Herbst im Oktober koppelt. Der Steirische Herbst, 1968 gegründet, ist das älteste Festival für zeitgenössische Kunst in Österreich und bespielt regelmäßig alle genannten Häuser.

Die Galerientage im April bündeln die gesamte Szene mit verlängerten Öffnungszeiten und kuratierten Führungen. 2026 nehmen 25 Standorte teil — von den großen Joanneum-Häusern über die kommerziellen Galerien bis zu den Off-Spaces. Die Kooperationen der Galerien untereinander sind enger als in größeren Städten üblich: einerseits, weil die Szene überschaubar ist; andererseits, weil die Förderungsstrukturen des Landes und der Stadt institutionelle Partnerschaften begünstigen. Wer einen aktuellen Überblick über alle laufenden Ausstellungen sucht, findet diesen auf der Plattform gat.news, die Kunstveranstaltungen in Graz und der Steiermark dokumentiert.

Praktische Hinweise zum Galerienbesuch in Graz

Die meisten Galerien sind zu Fuß vom Hauptplatz aus in fünf bis fünfzehn Minuten erreichbar. Kunsthaus, Camera Austria und rotor liegen am linken Murufer im Bezirk Lend, die Neue Galerie im Joanneumsviertel, die Halle für Kunst am Burgring, Forum Stadtpark im Stadtpark, der Grazer Kunstverein und die meisten kommerziellen Galerien in der Inneren Stadt. Die Tramlinien 3 und 6 fahren durch den Lend, die Linien 1, 3, 6 und 7 bedienen den Hauptplatz. Ausreißer sind Schaumbad im Süden (Linie 5 Richtung Puntigam) und die Kunsthalle Graz an der Conrad-von-Hötzendorf-Straße.

Eine Kombination aus zwei oder drei Häusern lässt sich in einem halben Tag gut bewältigen; wer alle großen Institutionen und einige kommerzielle Galerien sehen möchte, sollte zwei volle Tage einplanen. Die konzentrierteste Route führt vom Kunsthaus (Lendkai) über die Griesgasse (raum) zum Hauptplatz (Reinisch Contemporary), weiter durch die Bürgergasse (Galerie Eugen Lendl, esc medien kunst labor, Grazer Kunstverein, Galerie GRILL, ROOM OF FINE ARTS, Galerie Transit) und endet am Burgring (Halle für Kunst) oder im Stadtpark (Forum Stadtpark). Diese Route umfasst zwölf Stationen in etwa 2,5 Kilometern Fußweg.

Für den Eintritt gilt: Die Joanneum-Häuser (Kunsthaus, Neue Galerie) arbeiten mit regulären Ticketpreisen. Camera Austria, Halle für Kunst Steiermark, rotor, Forum Stadtpark, esc medien kunst labor und die meisten Off-Spaces sind kostenlos zugänglich. Der Grazer Kunstverein verlangt 4 Euro (2 Euro ermäßigt), das MUWA 4,50 Euro. Alle kommerziellen Galerien sind bei freiem Eintritt zugänglich.

Viele der kleineren Grazer Galerien sind an ihren Öffnungstagen nicht durchgängig personell besetzt. Wer sicher gehen möchte, ruft vorher an oder schreibt eine kurze Mail — das erspart Enttäuschungen bei geplanten Einzelbesuchen. Fotografieren ist in fast allen Ausstellungen für den privaten Gebrauch erlaubt; bei großen monografischen Schauen gibt es gelegentlich Einschränkungen. Alle Angaben in diesem Artikel — Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Ausstellungsprogramme — entsprechen dem Stand April 2026; Änderungen sind insbesondere in der Sommerpause möglich.

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