Theater in Graz: Von der Oper bis zur freien Szene
Alle Theater und Bühnen in Graz im Überblick: Oper Graz, Schauspielhaus, Next Liberty, Orpheum, Theater im Bahnhof, TaO!, Kristallwerk, Helmut-List-Halle und die freien Bühnen. Mit Adressen, Preisen und Programmschwerpunkten.
Institutionelle Buehnen: Die drei Haeuser der Buehnen Graz
Wir haben uns durch Graz' Theaterlandschaft gesehen - vom Opernhaus ueber die freie Szene bis zum Kasperltheater. Die Spielplaene und Preise stammen direkt vom Ticketzentrum der Buehnen Graz und den Websites der einzelnen Haeuser. Du kennst eine Buehne in Graz, die hier fehlt? Schreib uns an [email protected].
Die Buehnen Graz GmbH ist Oesterreichs groesster regionaler Theaterverbund und vereint die bedeutendsten Buehnen der Stadt unter einem organisatorischen Dach. Gemeinsam beschaeftigen die drei Haeuser rund 500 Personen, von Orchester und Chor ueber Ensemble und Technik bis zur Verwaltung. Tickets fuer alle drei Haeuser sind ueber das gemeinsame Ticketzentrum am Kaiser-Josef-Platz 10 erhaeltlich (Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa 9-13 Uhr). Die Buehnen-Graz-Card kostet 70 Euro pro Jahr und gewaehrt 30 Prozent Ermaessigung auf alle Vorstellungen in Oper und Schauspielhaus.
8010 Graz
(Bezirk Innere Stadt)
Die Grazer Oper am Opernring ist nach der Wiener Staatsoper das zweitgroesste Opernhaus Oesterreichs. Das Gebaeude wurde 1899 nach Plaenen des Wiener Architekten-Duos Ferdinand Fellner und Hermann Helmer errichtet — derselben Firma, die auch die Volksoper Wien, das Theater an der Wien und die Staatsopern in Zuerich und Odessa gebaut hat. Am 16. September 1899 wurde das Haus mit Friedrich Schillers "Wilhelm Tell" eroeffnet. Die Architektur folgt dem fuer Fellner und Helmer typischen Spaetbarock-Vokabular: Auditorium und Foyer sind mit vergoldetem Stuck, Kristallleuchtern und illusionistischen Deckengemaelden ausgestattet.
Der Zuschauerraum fasst rund 1.200 Plaetze. Bespielt wird das Haus vom Opern-, Operetten- und Musical-Ensemble sowie dem Grazer Ballett. Seit der Spielzeit 2023/24 leitet Ulrich Lenz das Haus als geschaeftsfuehrender Intendant; Chefdirigent ist Vassilis Christopoulos, Ballettdirektor Dirk Elwert. Die Spielzeit 2025/26 umfasst laut offiziellem Spielzeitprogramm der Oper Graz unter anderem Mozarts "Idomeneo", Rameaus "Castor et Pollux", Verdis "Il Trovatore" und Richard Strauss' "Der Rosenkavalier" (Premiere 9. Mai 2026).
Tickets reichen von 3 Euro (Stehplatz bei Preiskategorie J) bis 113 Euro (Kategorie 1, Preisgruppe A fuer Premieren und Sondervorstellungen). In der gaengigsten Preisgruppe D kosten Plaetze zwischen 8 und 86 Euro. Erstimmatrikulierte Studierende zahlen 1 Euro. Alle Personen unter 27 (Studierende, Lehrlinge, Zivildiener) erhalten 50 Prozent Ermaessigung auf den Vollpreis oder koennen Restkarten ab 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn fuer 8 Euro erwerben. In der Studiobühne und im Malersaal bewegen sich die Preise zwischen 5 und 28 Euro, Kammerkonzerte im Cafe Stolz kosten 25 Euro.
8010 Graz
(Bezirk Innere Stadt)
Das Schauspielhaus hat eine laengere Geschichte als jede andere Grazer Buehne. Der urspruengliche Bau wurde am 9. September 1776 als "Theater am Tummelplatz" eroeffnet und war damit eines der aeltesten stehenden Theater der oesterreichischen Erblande. Am 1. Februar 1823 brannte das Haus bis auf die Aussenmauern nieder; der Wiederaufbau erfolgte nach Plaenen des Hofbaumeisters Peter von Nobile im klassizistischen Stil. Mit der Fertigstellung der Oper 1899 konzentrierte sich das Haus fortan auf das Sprechtheater. 1964 eroeffnete der grundlegend renovierte und um einen Buehnenturm erweiterte Bau mit "Hamlet" (Hauptdarsteller Helmuth Lohner).
Seit der Spielzeit 2023/24 leitet Andrea Vilter das Schauspielhaus als Intendantin. Ihr Programm setzt auf Klassiker in Neukontextualisierung, feministisch grundierte Wiederentdeckungen und Uraufführungen zeitgenoessischer Stoffe. Die Spielzeit 2025/26 eroeffnete mit der deutschsprachigen Erstauffuehrung von Lorraine Hansberrys "Les Blancs".
Das Haus verfuegt ueber drei bespielte Raeume: Das Schauspielhaus (Hauptbuehne) mit 540 Sitzplaetzen, den Schauraum (rund 100 Sitze) fuer experimentelleres Theater und die Konsole (rund 50 Sitze) als Werkstattbuehne. Die Hauptbuehne hat sieben Preiskategorien: von 6 Euro (Kategorie 7) bis 94 Euro (Kategorie 1, Premierepreis). Der Schauraum kostet einheitlich 21 Euro (ermaessigt 10,50 Euro), die Konsole 12 Euro (ermaessigt 8,50 Euro). Personen unter 27 zahlen die Haelfte oder erwerben Restkarten fuer 6 Euro ab 30 Minuten vor Beginn. Einmal pro Monat gibt es den "Supertag" mit 30 Prozent Ermaessigung auf Kategorie I bis IV.
8010 Graz
(Bezirk Innere Stadt)
Next Liberty ist eines der groessten und meistbesuchten Kinder- und Jugendtheater im deutschsprachigen Raum. Das Haus verkauft pro Spielzeit mehr als 65.000 Karten bei rund 200 Auffuehrungen. Seinen Namen verdankt es der Nachbarschaft zur Lichtskulptur "Schwert des Lichts" von Hartmut Skerbisch, die an die New Yorker Freiheitsstatue ("Lady Liberty") angelehnt ist. Geschaeftsfuehrender Intendant ist seit 2004 Michael Schilhan, dessen Vertrag 2023 um weitere fuenf Jahre verlaengert wurde.
Das Programm richtet sich an drei Zielgruppen: Kinder ab vier Jahren, Jugendliche ab zehn Jahren und Familien. Inszeniert wird ein breites Repertoire von Kinderbuchadaptionen ueber Maerchen bis zu zeitgenoessischen Jugendstuecken und Musicals. In der Spielzeit 2025/26 stehen sechs Premieren am Plan, darunter "Faust. Der Tragoedie Erster Teil" und der Poetry Slam "Dead or Alive". Der Zuschauerraum fasst 300 Plaetze.
Regulaere Tickets kosten 17 Euro (Kinder/Jugendliche) bzw. 23 Euro (Erwachsene). Fuer ausgewaehlte Produktionen wie "Faust" liegt der Preis bei 19 bzw. 25 Euro. Es gibt ein Trio-Abo (drei Vorstellungen) fuer 39 Euro (Kinder) bzw. 54 Euro (Erwachsene) und ein Duo-Abo fuer 28 bzw. 38 Euro. Schulklassen erhalten ab 15 Schuelern zwei Freikarten fuer Begleitpersonen. Kinder mit Sozialcard zahlen 7 Euro.
Grazer Spielstaetten: Orpheum, Dom im Berg und Kasematten
Die Grazer Spielstaetten Orpheum, Dom im Berg und Schlossbergbuehne Kasematten GmbH betreibt drei Veranstaltungsorte, die sich vom klassischen Theaterbetrieb der Buehnen Graz durch ihren Mischbetrieb unterscheiden: Kabarett, Konzerte, Gastspiele, Kongresse und Events stehen gleichberechtigt nebeneinander. Die Verwaltung sitzt an der Orpheumgasse 8, die gemeinsame Kassa ist Di-Fr von 14 bis 19 Uhr geoeffnet.
8020 Graz
(Bezirk St. Leonhard)
Das Orpheum wurde 1899 als Varietetheater eroeffnet und diente spaeter als Grazer "Haus der Jugend". Nach einer grundlegenden Renovierung 2016 gilt es als eine der letzten klassischen Allround-Buehnen mit historischem Theatersaal. Der Grosse Saal fasst 1.220 Stehplaetze oder 603 Sitzplaetze auf 300 Quadratmetern Flaeche plus 150 Quadratmeter Buehne. Das Orpheum Extra (kleiner Saal) bietet 300 Steh- bzw. mindestens 160 Sitzplaetze auf 150 Quadratmetern. Das Foyer umfasst weitere 150 Quadratmeter.
Das Programm reicht von oesterreichischem Kabarett (Alfred Dorfer, Thomas Stipsits, Lydia Prenner-Kasper) ueber internationale Pop- und Rock-Konzerte bis zu Kinderveranstaltungen wie dem Grazer Kasperltheater. Pro Saison geht ueber 300-mal der Vorhang auf, mehr als 100.000 Besucher kommen jaehrlich. Die Ticketpreise variieren stark je nach Veranstaltung — Kabarettabende liegen erfahrungsgemaess zwischen 20 und 35 Euro, Konzerte zwischen 25 und 60 Euro.
8010 Graz
(im Inneren des Schlossbergs)
Der Dom im Berg ist ein futuristisch gestalteter Veranstaltungsraum im Inneren des Schlossbergs — eine weltweit einzigartige Spielstaette. Mit 733 Quadratmetern Gesamtflaeche (davon 462 Quadratmeter Veranstaltungsflaeche), elf Metern Deckenhoehe und einer variablen Buehnenkonfiguration fasst der Raum 600 Steh- oder 330 Sitzplaetze. 2019 wurde ein Ambisonics-Soundsystem installiert, das ein dreidimensionales Klangerlebnis ermoeglicht.
Der Dom im Berg dient nicht als klassischer Theaterbetrieb mit eigenem Ensemble, sondern als Gastspielbuehne und Eventlocation. Konzerte aller Genres, Theatergastspiele, Kongresse, Baelle und Clubbings finden hier statt. Besonders die elektronische Musikszene nutzt den Raum regelmaessig. Eintrittspreise variieren je nach Veranstaltung.
8010 Graz
(erreichbar per Lift oder Schlossbergbahn)
Die Schlossbergbuehne Kasematten liegt ueber den Daechern der Altstadt, eingebettet in die Mauern einer ehemaligen Festungsanlage, und zaehlt zu den beliebtesten Open-Air-Spielstaetten Oesterreichs. Die Buehne bietet 750 Quadratmeter Veranstaltungsflaeche (ohne Logen), 100 Quadratmeter Buehne und fasst 1.700 Steh- bzw. 999 Sitzplaetze. Seit 2017 schuetzt eine mobile Dachabdeckung und eine verglaste Rueckfront vor Witterung, sodass Veranstaltungen weitgehend wetterunabhaengig stattfinden koennen.
Das Hauptprogramm ist "Sommer am Berg" — eine Konzertreihe von Juni bis September mit Musical, Kabarett, Rock und Volksmusik. Die Kasematten sind per Schlossberglift oder Schlossbergbahn erreichbar. Ticketpreise variieren je nach Veranstaltung, bewegen sich aber bei Konzerten typischerweise zwischen 25 und 55 Euro.
Helmut-List-Halle: Multifunktional zwischen Konzert und Theater
8020 Graz
(Bezirk Lend)
Die Helmut-List-Halle in der Waagner-Biro-Strasse wurde 2002 eroeffnet und hat sich als eine der wichtigsten Konzert- und Theatergastspielstaetten der Stadt etabliert. Der Hauptsaal fasst ueber 1.000 Personen, das Backstage-Areal kann weitere 300 bis 500 Gaeste aufnehmen — insgesamt sind bis zu 2.400 Besucher moeglich. Die Halle ist Hauptspielstaette des klassischen Musikfestivals styriarte, das hier regelmaessig szenische Opernproduktionen praesentiert. Daneben dient sie als Gastspielort fuer grosse Kabarett-Tourneen (Science Busters, Thomas Stipsits), internationale Musicals und Firmenveranstaltungen.
Die Lage im Stadtteil Lend, nahe dem Areal der ehemaligen Waagner-Biro-Werke, ist ueber die Tramlinien 3 und 7 (Haltestelle "Esperantoplatz") erreichbar. Ticketpreise haengen von der jeweiligen Veranstaltung ab; styriarte-Karten bewegen sich zwischen 15 und 75 Euro, Kabarett-Gastspiele zwischen 25 und 45 Euro.
Freie Theaterszene: Die professionellen Ensembles
Die freie Theaterszene in Graz umfasst rund 60 verschiedene Formationen und lose Gruppen — vom Ein-Personen-Projekt bis zum professionellen Ensemble mit festem Spielbetrieb. Die Interessengemeinschaft "Das andere Theater" wurde im Dezember 1999 von freien Grazer Theaterschaffenden gegruendet und betreibt mit dem Kristallwerk und dem Theaterhaus am Kaiser-Franz-Josef-Kai zwei zentrale Spielstaetten fuer die Szene. Mit dem "offs-ZEHNer" — einem Zehnerblock, der bei rund 20 teilnehmenden Buehnen gilt — lassen sich Vorstellungen der freien Szene guenstig besuchen.
8020 Graz
(Bezirk Gries)
Das Theater im Bahnhof in der Elisabethinergasse 27a ist nach eigener Bezeichnung "das groesste professionelle freie Theaterensemble Oesterreichs". Es wurde 1989 von Eduard Hauswirth gegruendet, einem damals 24-jaehrigen Geschichts- und Germanistikstudenten. Das TiB versteht sich als zeitgenoessisches Volkstheater; seine Arbeiten kreisen um oesterreichische Identitaet zwischen Tradition und Popkultur. Zu den bekanntesten Produktionen zaehlen "Austrian Dreamtime", das Dokumentartheater "Menschenschlacht" und die langjaehrige Montagsreihe "Montag — die Improvisierte Show", die jeden Montag wechselnde Gaeste auf die Buehne bringt.
Das TiB arbeitet mit einem Ensemble aus fest angestellten Schauspielern und produziert jaehrlich vier bis sechs Eigenproduktionen. Gespielt wird im eigenen QUARTIER in der Elisabethinergasse, aber auch an unkonventionellen Orten: im Orpheum, im Schauspielhaus, am Theater am Lend und bei Festivals in Wien und international. Die Ticketkasse ist Mo/Mi/Fr von 10 bis 12 Uhr telefonisch erreichbar. Standardpreis 20 Euro, ermaessigt 12 Euro.
8020 Graz
(Bezirk Lend)
Das Theater am Lend in der Wiener Strasse 58a ist ein Ort fuer Autorentheater, Urauffuehrungen, neue Theaterformen und Tanz. Das Haus umfasst 200 Quadratmeter und bietet bis zu 99 Zuschauern Platz — eine Groesse, die enge Naehe zwischen Kuenstlern und Publikum ermoeglicht. Die kuenstlerische Leitung liegt bei Christian Winkler und Anja M. Wohlfahrt, die Dramaturgie bei Maria Leitgab.
Das Programm umfasst Eigenproduktionen, Koproduktionen mit anderen freien Gruppen, nationale und internationale Gastspiele sowie zeitgenoessische Performance-Formate. Das TaL versteht sich als Plattform fuer unterschiedliche aesthetische Positionen und neue Formen von oeffentlichem Diskurs, Kommunikation und Partizipation. Das gesamte Theater ist barrierefrei zugaenglich. Ticketpreise bewegen sich je nach Produktion typischerweise zwischen 12 und 20 Euro.
8051 Graz
(Bezirk Goesting)
Das Kristallwerk in Goesting ist seit seiner Eroeffnung 2017 die zentrale Spielstaette der freien Theaterszene in Graz. Das Gebaeude — eine ehemalige Produktionshalle fuer Piezokristalle — wird vom Verein "Das andere Theater" betrieben und bietet Vielfaeltigkeit, Qualitaet und Innovation der freien Szene das ganze Jahr. Der Spielplan reicht von Sprechtheater ueber akrobatisches Theater und Stand-up-Comedy bis zu zeitgenoessischem Tanz. In der Saison 2025/26 stehen unter anderem das Akrobatiktheater "Dual", die Solo-Performance "Faust" und die Silvester-Tradition "Dinner for One" auf dem Programm.
Das Kristallwerk ist barrierefrei zugaenglich und oeffentlich gut erreichbar: Buslinie 40 (bis Mitternacht), Linie 52 (bis 20 Uhr) und Linie 67 (bis 19 Uhr). Parkplaetze sind vorhanden. Das Buero ist Mo-Fr von 9 bis 13 Uhr besetzt. Ticketpreise liegen je nach Produktion zwischen 10 und 25 Euro.
8010 Graz
(Bezirk Innere Stadt)
Das Theaterhaus am Kaiser-Franz-Josef-Kai 50 ist neben dem Kristallwerk die zweite Spielstaette des Vereins "Das andere Theater". Es dient als Proben-, Buero- und Auffuehrungsort fuer die Mitglieder der freien Szene, darunter die Gruendungskollektive Theater Quadrat und Initiative aXe. Der Verein wurde im Dezember 1999 gegruendet und setzt sich fuer die Professionalisierung des nicht-institutionalisierten Theaters in der Steiermark ein — unabhaengig davon, ob es sich um Sprechtheater, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, Performance, Pantomime, Bewegungstheater oder Musiktheater handelt.
Das Theaterhaus liegt zentral an der Mur und ist damit gut fuer kurzfristige Theaterbesuche erreichbar. Vorstellungen werden im Spielplan auf der Website von Das andere Theater angekuendigt. Eintrittspreise bewegen sich im Rahmen der freien Szene, typischerweise zwischen 10 und 20 Euro.
8010 Graz
(Bezirk Geidorf)
Das Theater Kaendace ist ein freies Theater, das seit 2006 in Graz arbeitet und sich auf zeitgenoessisches, kritisches Theater mit besonderem Augenmerk auf Ur- und Erstauffuehrungen sowie Eigenkreationen konzentriert. Gegruendet wurde es von der Taenzerin und Choreografin Klaudia Reichenbacher, die die freie Tanztheaterszene in Graz mitpraegte. Das Ensemble um Alexander Mitterer arbeitet mit einer sensiblen Aesthetik, die Theater und Musik eng verbindet.
Gespielt wird im eigenen Raum "ARTist's" in der Schuetzgasse — einem intimen Spielort mit Clubatmosphaere fuer Wortklanginbilder, Konzerte und Theater. In der laufenden Saison steht die Premiere "ATALANTA" (6. Mai 2026) auf dem Spielplan; das Stueck "Novecento, die Legende vom Ozeanpianisten" ist als Gastspiel buchbar. Das Theater Kaendace wird vom Land Steiermark und der Kulturfoerderung der Stadt Graz unterstuetzt.
Kinder- und Jugendtheater
Neben dem Next Liberty, das als institutionelles Kinder- und Jugendtheater zur Buehnen Graz GmbH gehoert, gibt es in Graz mehrere spezialisierte Haeuser fuer junges Publikum. Die Dichte an Angeboten — vom Puppentheater fuer Vierjaehrige bis zum politischen Jugendtheater fuer Sechzehnjaehrige — ist fuer eine Stadt dieser Groesse bemerkenswert.
8010 Graz
(Bezirk Jakomini)
Das TaO! am Ortweinplatz 1 in Jakomini ist ein Theater fuer junges Publikum und gleichzeitig ein Zentrum fuer kuenstlerische Ausbildung. Es wurde 1992 von Manfred Weissensteiner gegruendet und arbeitet heute mit einem festen Kernteam von Regisseurinnen, Schauspielern und Theaterpaedagoginnen. Das Haus ruht auf vier Saeulen: eigene Inszenierungen fuer Zuschauer ab zehn Jahren, ein theaterpaedagogisches Rahmenprogramm fuer Schulklassen, Theaterwerkstaetten fuer Kinder und Jugendliche ab acht Jahren sowie Theaterforschung mit Projekten wie "AUFTAUCHEN", "EXIT THE ROOM" und "digiTAO".
Zu den Auszeichnungen des Hauses zaehlen der STELLA-Preis (der oesterreichische Darstellende-Kunst-Preis fuer junges Publikum) und der Papageno-Award 2016/17 fuer "Politeia". Der Aufführungssaal fasst rund 100 Zuschauer. Eintritt fuer Vorstellungen 15 Euro, ermaessigt 10 Euro, Kinder 7 Euro. Buero: Schiessstattgasse 33, 8010 Graz.
Das TaO! ist auch Festivalzentrum von spleen*graz, dem internationalen Theaterfestival fuer junges Publikum, das seit 20 Jahren im zweijahresrhythmus stattfindet. Die elfte Ausgabe laeuft vom 16. bis 22. April 2026 mit europaeischen Gastproduktionen und einem Festivalzelt am Ortweinplatz.
8020 Graz
(Bezirk Jakomini)
Das Mezzanin Theater existiert seit 1989 als unabhaengiges Theater in Graz und steht fuer zeitgenoessisches, qualitaetsvolles Theater fuer junges Publikum und Erwachsene. Die Produktionen kombinieren Tanz, Figurenspiel und Erzaehltheater und werden nicht nur im eigenen Haus, sondern als Gastspiele in der ganzen Steiermark und darueber hinaus gezeigt — in Kindergaerten, Schulen, bei Festivals und an anderen Buehnen. Regelmaessig entstehen Koproduktionen mit dem Next Liberty (etwa "Challenge" in der Spielzeit 2025/26) und dem TaO!.
Das Mezzanin Theater ist auch Veranstalter des KuKuK-Festivals, eines Kindertheater-Festivals mit Schul- und oeffentlichen Vorstellungen. Daneben engagiert sich das Haus im Bereich kulturelle Bildung und strebt an, alle Lebensrealitaeten abzubilden und ein pluralistisches Gesellschaftsbild darzustellen. Tickets sind ueber verschiedene Buchungssysteme (Entrello, Buehnen-Graz-System) erhaeltlich.
8020 Graz
(Bezirk St. Leonhard)
Das Grazer Kasperltheater bespielt regelmaessig das Orpheum Extra (den kleinen Saal im 1. Stock des Orpheum Graz) und ist damit eine feste Institution fuer das juengste Theaterpublikum der Stadt. Die Vorstellungen finden an Wochentagen um 15 und 16:30 Uhr statt, sonntags zusaetzlich um 11 Uhr. Anders als bei vielen Kasperlauffuehrungen wird hier bewusst auf Gewalt verzichtet: Kein Krokodil wird geschlagen, keine Hexe verbrannt — stattdessen setzen die Stuecke auf gewaltfreie Abenteuer mit Spielfreude und Spannung. Musik ist fester Bestandteil, Lieder stuetzen die Handlung.
Neben der Stammbuehne im Orpheum Extra tritt das Kasperltheater auch in Einkaufszentren auf: am letzten Montag jeden Monats im Citypark (15 und 16 Uhr) sowie an weiteren Standorten in Graz und Umgebung. Das Programm richtet sich an Kinder ab etwa drei Jahren.
Kabarett und Kleinkunst
Graz hat eine gewachsene Kabarett-Tradition. Neben dem Orpheum, das als groesste Kabarettbuehne der Stadt fungiert, gibt es mit der Kleinkunstbuehne Hin & Wider im Theatercafe eine seit ueber 40 Jahren aktive Kleinkunstinstitution, die vor allem dem Nachwuchs eine Plattform bietet.
8010 Graz
(Bezirk St. Leonhard)
An der Adresse Mandellstrasse 11, unweit des Kaiser-Josef-Platzes, befindet sich seit 1885 ein Cafe — und seit 1983 die Kleinkunstbuehne Hin & Wider. Der Verein zur Foerderung der Kleinkunst betreibt im ersten Stock des Theatercafes eine intime Buehne, auf der Kabarett, Comedy, Chanson und literarisches Kabarett stattfinden. Das Theatercafe selbst ist ein Grazer Traditionskaffeehaus mit dem Motto "Eierspeis und Kabarett" — verschiedene Varianten der oesterreichischen Eierspeis stehen neben dem Buehnenangebot auf der Karte.
Herzstuck des Programms ist der jaehrliche Grazer Kleinkunstwettbewerb ("Kleinkunstvogel"), der 2026 bereits zum 40. Mal stattfand. Er dient als Sprungbrett fuer junge Kuenstler: E-Kleinkunstvogel 2026 wurde Jonas Bonas (Stand-up-Comedian aus Wels), den Publikumspreis erhielt das Duo Eichberger und Niemand. Kassaoeffnung und Einlass ab 19 Uhr, Vorstellungsbeginn 20 Uhr. Tickets muessen bis spaetestens 19:30 Uhr am Veranstaltungstag abgeholt werden.
Hochschulbuehnen: KUG und MUMUTH
Die Kunstuniversitaet Graz (KUG) — offiziell Universitaet fuer Musik und darstellende Kunst Graz — betreibt mehrere Spielstaetten, die regelmaessig fuer oeffentliche Auffuehrungen genutzt werden. Diese Veranstaltungen sind haeufig kostenlos oder guenstig und bieten Einblick in die Ausbildung der naechsten Kuenstlergeneration.
8010 Graz
(Bezirk St. Leonhard)
Das MUMUTH (Haus fuer Musik und Musiktheater) wurde 2009 nach dreijaehriger Bauzeit in Betrieb genommen. Der spektakulaere Entwurf des niederlaendischen Architekten Ben van Berkel gewann einen internationalen Wettbewerb und zeichnet sich durch Kombinationen aus Stahl, Beton und Glas aus. Kernstuck ist der grosse Gyoergy-Ligeti-Saal mit seiner einzigartigen variablen Akustik. Daneben umfasst die Anlage einen Orchesterproberaum, eine Probebuehne und weitere Studios und Theaterinfrastruktur.
Das MUMUTH ist die Hauptspielstaette fuer Opern-, Musiktheater- und Orchesterproduktionen der KUG-Studierenden. Viele Auffuehrungen sind oeffentlich zugaenglich, oft bei freiem Eintritt oder gegen geringe Gebuehr. Auch externe Veranstalter nutzen den Saal fuer Konzerte und szenische Produktionen.
8010 Graz
(Bezirk St. Leonhard)
Das Theater im Palais (T.i.P.) beherbergt das Institut fuer Schauspiel der Kunstuniversitaet Graz mit seinen Proben- und Buehnraeumen. Das Gebaeude in der Leonhardstrasse wurde 2013/14 nach Plaenen des Architekten Johannes Wohofsky renoviert und um ein neues Glasfoyer erweitert. Hier zeigen die Schauspielstudierenden regelmaessig ihre Semesterproduktionen und Abschlussprojekte — eine Gelegenheit, Talente der naechsten Generation vor dem Einstieg in die Berufspraxis zu sehen.
Die oeffentlichen Vorstellungen im T.i.P. werden auf der Website der KUG und im Kulturserver Graz angekuendigt. Der Eintritt ist meist kostenlos oder liegt bei wenigen Euro. Das Palais Meran, Hauptgebaeude der KUG seit 1963, wird ebenfalls fuer einzelne Veranstaltungen genutzt; es wurde zwischen 1841 und 1843 als Residenz Erzherzog Johanns im spaetklassizistischen Stil errichtet.
Festivals: Steirischer Herbst, La Strada, spleen*graz
Die Grazer Theaterlandschaft wird durch drei grosse Festivals strukturiert, die jaehrlich zwischen Fruehling und Herbst stattfinden und die Stadt fuer kurze Zeit in eine internationale Theatermetropole verwandeln.
Der Steirische Herbst, gegruendet 1968, ist das aelteste Festival fuer zeitgenoessische Kunst in Oesterreich. Er bespielt im Oktober jedes Jahres mehrere Grazer Buehnen mit Produktionen aus dem In- und Ausland und legt seinen Schwerpunkt auf Performance, Musiktheater und Grenzfaelle zwischen Theater und bildender Kunst. 2026 findet der Herbst nach aktuellem Planungsstand im Oktober statt. Viele Produktionen sind Koproduktionen mit Schauspielhaus oder Oper.
La Strada, das internationale Festival fuer Strassenkunst, Puppentheater, neuen Zirkus und Community Art, verwandelt von 31. Juli bis 8. August 2026 die gesamte Grazer Innenstadt in eine Freiluftbuehne. Viele Vorstellungen sind bei freiem Eintritt. Die Eroeffnung der Ausgabe 2026 uebernimmt das Collectif XY mit der Zirkusproduktion "Moebius" in der Oper Graz. Vorab finden von 25. bis 29. Mai 2026 Workshops und Tryouts auf dem Campus der Universitaet Graz statt.
Das Festival spleen*graz ist dem jungen Publikum gewidmet und findet alle zwei Jahre am TaO! und an weiteren Spielorten statt. Die elfte Ausgabe laeuft vom 16. bis 22. April 2026 mit europaeischen Gastproduktionen fuer Kinder und Jugendliche.
Tickets, Abonnements und Ermässigungen im Ueberblick
Fuer die drei Haeuser der Buehnen Graz (Oper, Schauspielhaus, Next Liberty) gibt es ein gemeinsames Ticketsystem. Tickets sind online auf den jeweiligen Haeuser-Websites und im zentralen Vorverkaufsbuero am Kaiser-Josef-Platz 10 erhaeltlich. Die Abendkassen oeffnen jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Die wichtigsten Ermaessigungen im Ueberblick (Stand April 2026):
Buehnen-Graz-Card: 70 Euro pro Jahr, gewaehrt 30 Prozent auf alle Vorstellungen in Oper und Schauspielhaus.
Junge Leute unter 27: Studierende, Schueler, Lehrlinge und Zivildiener erhalten 50 Prozent Ermaessigung auf den Vollpreis. Restkarten sind in Oper und Schauspielhaus ab 30 Minuten vor Beginn fuer 8 Euro (Oper) bzw. 6 Euro (Schauspielhaus) erhaeltlich. Im Next Liberty zahlen Kinder und Jugendliche den ermaessigten Tarif von 17 Euro.
Erstimmatrikulierte: In der Oper Graz zahlen Erstsemester mit gueltigem Ausweis 1 Euro pro Vorstellung.
Supertag im Schauspielhaus: Einmal pro Monat 30 Prozent Ermaessigung auf Kategorie I bis IV.
Club Oe1 und Steirischer Familienpass: 10 Prozent Ermaessigung auf maximal zwei Tickets im Next Liberty.
Sozialcard: Kinder mit Sozialcard zahlen im Next Liberty 7 Euro.
Freie Szene (TiB, TaO!, Theater am Lend, Kristallwerk): Ermaessigungen fuer Studierende und Sozialtarife sind an den jeweiligen Kassen verfuegbar. Der "offs-ZEHNer"-Block gilt bei rund 20 teilnehmenden Buehnen der freien Szene.
Welches Theater fuer wen?
Die Auswahl des richtigen Theaters haengt vom persoenlichen Interesse und der Begleitung ab. Wer klassische Oper, Operette oder Musical sucht, geht in die Oper Graz am Opernring. Fuer zeitgenoessisches Sprechtheater, Klassiker in neuer Lesart und Urauffuehrungen ist das Schauspielhaus am Freiheitsplatz die erste Adresse. Familien mit Kindern finden im Next Liberty ein auf ihre Beduerfnisse zugeschnittenes Programm — vom Maerchen fuer Vierjaehrige bis zum Jugendstueck fuer Sechzehnjaehrige.
Wer Kabarett und Comedy bevorzugt, besucht das Orpheum (Grosser Saal fuer etablierte Kuenstler wie Alfred Dorfer oder Thomas Stipsits) oder die Kleinkunstbuehne Hin & Wider im Theatercafe (fuer Nachwuchs und intime Formate). Experimentelles, politisches Theater findet sich im Theater im Bahnhof und am Theater am Lend. Das TaO! am Ortweinplatz verbindet junges Theater mit Theaterpaedagogik; das Mezzanin Theater kombiniert Tanz- und Figurentheater fuer junge Zielgruppen. Fuer die Produktionen der rund 60 freien Gruppen ist das Kristallwerk in Goesting der zentrale Anlaufpunkt.
Im Sommer verlagert sich das Theaterleben auf die Schlossbergbuehne Kasematten und in den oeffentlichen Raum: La Strada bespielt Ende Juli bis Anfang August die gesamte Innenstadt, viele Vorstellungen sind kostenlos. Der Steirische Herbst im Oktober bringt internationale Performancekunst auf die Grazer Buehnen.
Anreise zu allen Grazer Theatern ist mit oeffentlichen Verkehrsmitteln problemlos moeglich. Die Oper ist ueber die Tramhaltestelle "Oper/Musiktheater" (Linien 1, 3, 6, 7) direkt angebunden, das Schauspielhaus ueber die Haltestelle "Schauspielhaus/Hofgasse" (Linien 1, 7), Next Liberty liegt nur drei Gehminuten vom Hauptplatz. Das Orpheum erreicht man ueber die Haltestelle "Uniongasse" (Linie 1). Das Kristallwerk in Goesting ist per Buslinie 40 erreichbar. Parkplaetze stehen am Kristallwerk zur Verfuegung; in der Innenstadt empfiehlt sich die Anreise per Tram oder zu Fuss.