Diagonale Graz: Festival des österreichischen Films, Tickets, Kinos und Geschichte
Sechs Tage, rund 150 Filme und die höchstdotierten Filmpreise des Landes. Die Diagonale feiert von 7. bis 12. April 2027 ihre 30. Ausgabe in Graz, eine Kinokarte kostete zuletzt 11 Euro.
Die Diagonale 2027 auf einen Blick
| Was | Angabe |
|---|---|
| Termin | Mittwoch, 7., bis Montag, 12. April 2027 |
| Ausgabe | 30., Jubiläumsausgabe |
| Festivalkinos | Rechbauerkino, KIZ RoyalKino, Schubertkino, Annenhof Kino |
| Eröffnung | Helmut List Halle |
| Kinokarte 2026 | 11 €, ermäßigt 10 € |
| Vorverkauf | online und im Kunsthaus Graz, Termin für 2027 noch offen |
| Intendanz | Dominik Kamalzadeh und Claudia Slanar, bis 2029 verlängert |
| Veranstalter | Verein Forum österreichischer Film |
Termin und Kinos stehen in den FAQ der Diagonale. Das Programm für 2027 wird noch zusammengestellt: Filme konnten von 1. September bis 30. November 2026 eingereicht werden, die Sichtung dauert bis in den Februar, eingeladen wird rund einen Monat vor Festivalbeginn. 2027 liegt die Diagonale später als zuletzt, 2026 lief sie von 18. bis 23. März, 2025 von 27. März bis 1. April.
Was die Diagonale zeigt
Die Diagonale ist das Festival des österreichischen Films. Gezeigt werden Spielfilme, Dokumentarfilme, Kurzfilme, Animation und experimentelle Arbeiten, viele davon als Welt- oder Österreichpremiere. Herzstück ist der Wettbewerb, in dem internationale Jurys die höchstdotierten Filmpreise des Landes vergeben. Daneben gibt es Werkschauen unter dem Titel „Position", filmhistorische Programme, Filmgespräche nach den Vorstellungen und mit dem Film Meeting ein Branchentreffen.
| Kennzahl | 2025 | 2026 |
|---|---|---|
| Termin | 27. März bis 1. April | 18. bis 23. März |
| Filme insgesamt | 163 | 149 |
| davon Welt- oder Österreichpremieren | 91 | 77 |
| Filme im Wettbewerb | 113 | 82 |
| Premieren-Anteil | 56 Prozent | 52 Prozent |
Die Zahlen stammen aus den Rückblicken der Diagonale auf 2025 und 2026. Das Programm ist 2026 also kleiner geworden, vor allem im Wettbewerb. Auf sechs Festivaltage umgelegt sind das rund 25 Produktionen pro Tag. Die Festivalleitung sprach 2026 von vollen Kinosälen und einer höheren Auslastung als im Vorjahr.
Tickets: was ein Festivaltag kostet
Die Preise 2026 laut Ticketseite:
| Ticket 2026 | Preis |
|---|---|
| Einzelticket | 11,00 € |
| ermäßigt | 10,00 € |
| ab dem 10. Ticket | 10,00 € |
| ab dem 20. Ticket | 9,50 € |
| Kinderkino | 7,00 € |
| Schulgruppen, pro Person, mit Voranmeldung | 6,50 € |
| Kulturpass: erstes Ticket gratis, danach | 6,50 € |
Ermäßigt sind unter anderem Schülerinnen und Schüler, Studierende und Lehrlinge bis 27, Seniorinnen und Senioren, Präsenzdiener, Menschen mit Behinderung, Ö1-Club-Mitglieder, Inhaberinnen und Inhaber des KlimaTicket Ö sowie Besitzer bestimmter Karten der Holding Graz, etwa des KlimaTicket Steiermark Classic für Grazerinnen und Grazer. Wer drei Filme an einem Tag sieht, zahlt also 33 Euro, ermäßigt 30 Euro. Das Gratisticket für Kulturpass-Besitzer gab es nur in der Verkaufsstelle im Kunsthaus Graz.
Der Vorverkauf begann 2026 am 14. März um 10 Uhr, vier Tage vor der Eröffnung, online und im Kunsthaus Graz am Lendkai 1. In den Festivalkinos gibt es Tickets ab einer Stunde vor der ersten Vorstellung des Tages. Wichtig für Spontane: Alle Plätze sind nummeriert, nach Beginn der Vorstellung gibt es keinen Einlass mehr. Für ausverkaufte Filme werden 30 Minuten vor Beginn Wartenummern für Resttickets vergeben. Alle Kinos sind barrierefrei, eine Begleitperson sitzt kostenlos neben dem Rollstuhlplatz.
Die Kinos
- Annenhof Kino, Annenstraße 29: In seinem größten Saal findet die Preisverleihung statt.
- Filmzentrum im Rechbauerkino, Rechbauerstraße 6.
- KIZ RoyalKino, Conrad-von-Hötzendorf-Straße 10.
- Schubertkino, Mehlplatz 2.
- Diagonale Forum im Heimatsaal des Volkskundemuseums am Paulustor: seit 2024 der Ort für Diskussionen, das Film Meeting und mehrere Preisverleihungen.
- Helmut List Halle: Eröffnungsabend.
Mehr über die Grazer Kinos außerhalb der Festivalwoche steht im Beitrag zu den Kinos in Graz.
Die Preise: 128.500 Euro für 20 Auszeichnungen
2026 vergaben die Jurys am letzten Festivalabend im Annenhof Kino 20 Filmpreise mit insgesamt 128.500 Euro, im Schnitt also gut 6.400 Euro pro Preis. Die wichtigsten sind die beiden Großen Diagonale-Preise des Landes Steiermark für den besten Spielfilm und den besten Dokumentarfilm, die es in dieser Form seit 2006 gibt. Dazu kommen Preise für Innovatives Kino, Kurzfilm, Bildgestaltung, Montage, Musik, Sounddesign, Szenenbild und Kostüm sowie die Schauspielpreise. Den Publikumspreis der Kleinen Zeitung, dotiert mit 3.000 Euro, gewann 2026 „The Stories" von Abu Bakr Shawky.
Jede Preisträgerin und jeder Preisträger bekam 2026 eine „goldene Diagonale-Nuss", eine Bronzeskulptur einer Muskatnuss von der Künstlerin Anna Paul. Rund um das Festival werden außerdem der Franz-Grabner-Preis für Dokumentarfilme, die Carl-Mayer- und die Thomas-Pluch-Drehbuchpreise und seit 2026 der Mabacher Award für den besten inklusiven Film verliehen. Eröffnet wurde die Diagonale 2026 in der Helmut List Halle mit „Rose" von Markus Schleinzer, der Große Diagonale-Schauspielpreis ging an Hilde Dalik.
Von den Filmtagen in Velden zur Diagonale in Graz
Die Diagonale hat eine längere Vorgeschichte, als ihre Ausgabennummer vermuten lässt. Die Diagonale selbst erzählt sie in ihrem Rückblick:
| Jahr | Was |
|---|---|
| 1977 | erste „Österreichische Filmtage" in Velden |
| 1978 bis 1982 | Filmtage in Kapfenberg |
| 1984 bis 1996 | Filmtage in Wels |
| 1993 bis 1995 | parallel ein Festival namens „Diagonale" in Salzburg |
| 1998 | erste Diagonale in Graz, Leitung Christine Dollhofer und Constantin Wulff |
| 2000 | Plattform des Protests der Filmschaffenden gegen die schwarz-blaue Regierung |
| 2004 | Streit um die vom Bund eingesetzte Leitung, die „originale" Diagonale findet trotzdem statt |
| 2006 | zwei gleich dotierte Große Preise für Spiel- und Dokumentarfilm |
| 2008 bis 2015 | Leitung Barbara Pichler |
| 2015 bis 2022 | Leitung Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber, 2020 abgesagt |
| seit 2023 | Leitung Dominik Kamalzadeh und Claudia Slanar |
| 2027 | 30. Ausgabe in Graz |
Der Konflikt von 2004 ist der bekannteste Einschnitt. Das Bundeskanzleramt hatte im Mai 2003 zwei neue Intendanten berufen, ohne einen Konsens mit den Filmschaffenden zu suchen. Die Branche organisierte daraufhin eine eigene Diagonale als Gegenfestival und gewann die meisten Sponsoren für sich, im Dezember 2003 traten die beiden bestellten Intendanten zurück. Die „originale" Diagonale fand von 3. bis 7. März 2004 in Graz statt, veranstaltet vom Verein Forum österreichischer Film, der das Festival bis heute trägt.