Aufsteirern in Graz: Programm, Zeiten und Anreise
Rund 200.000 Menschen kamen 2025 an zwei Tagen in die Grazer Innenstadt. Zur 25-Jahr-Ausgabe am 19. und 20. September 2026 wird erstmals die Herrengasse an beiden Tagen bespielt.
Zwei Tage, 17 Bühnen, kein Eintritt
Das Aufsteirern ist kein Festgelände mit Zaun, sondern die Grazer Innenstadt selbst. Samstag, 19. September 2026, läuft das Programm von 12 bis 22 Uhr, Sonntag, 20. September, von 10 bis 20 Uhr. Bezahlt wird nur, was man isst und trinkt. Eine Anmeldung gibt es nicht, ein Ticket auch nicht.
| Punkt | Angabe |
|---|---|
| Termin | Samstag, 19., und Sonntag, 20. September 2026 |
| Zeiten | Sa. 12.00 bis 22.00 Uhr, So. 10.00 bis 20.00 Uhr |
| Offizielle Eröffnung | Sonntag, 10.00 Uhr, Hauptplatz, mit Bieranstich |
| Eintritt | frei, ohne Registrierung |
| Bühnen und Tanzböden | 17 |
| Programm | rund 200 Stunden, mehr als 50 Acts |
| Veranstalter | ivents Kulturagentur, Markus Lientscher |
Die Zahlen zu Bühnen und Programmstunden stammen aus der Präsentation im Juni, über die ORF Steiermark berichtet hat. Was an welchem Platz zu welcher Stunde läuft, steht im Programm des Veranstalters, das sich nach Musik, Kinderprogramm, Ausstellern und Kulinarik filtern lässt.
Welche Plätze bespielt werden
Das Festival verteilt sich auf Plätze, Gassen und Höfe zwischen Mur und Stadtpark. Die großen Flächen sind Hauptplatz, Karmeliterplatz, Freiheitsplatz und Mariahilferplatz am rechten Murufer, der seit 2023 dabei ist. Dazu kommen Herrengasse, Schmiedgasse, Am Eisernen Tor und der Lesliehof im Joanneumsviertel. Am Sonntag öffnen zusätzlich Landhaushof, Landhausgasse, Stubenberggasse und die Stadtpfarrkirche.
Wer zum ersten Mal kommt, unterschätzt meist die Wege. Mariahilferplatz und Karmeliterplatz liegen an entgegengesetzten Enden der Festivalzone, dazwischen die Mur und die volle Herrengasse. Es lohnt sich, zwei oder drei Plätze auszusuchen und dort zu bleiben, statt alle abzuklappern.
Am Mariahilferplatz steht das Programm für den Samstag bereits mit Uhrzeiten fest:
| Uhrzeit | Mariahilferplatz, Samstag |
|---|---|
| 12.00 bis 13.15 | Die Weinblüten Blaspartie |
| 13.15 bis 13.45 | RobertHafnerZiach |
| 14.00 bis 15.15 | Härtel Quintett |
| 15.45 bis 17.15 | Austro Brazil Connection |
| 17.45 bis 19.15 | Die Jungen Wilden |
| 20.00 bis 22.00 | KERNÖLSALSAKLUB |
Die Abfolge zeigt, wie das Festival programmiert: mittags Blasmusik, am Nachmittag Volksmusik mit Jazz- und Weltmusik-Einschlag, am Abend eine Band, die Kernöl und Salsa im Namen trägt. Wer reine Volksmusik sucht, ist am Sonntagvormittag rund um Hauptplatz und Landhaushof besser aufgehoben.
Der Sonntag beginnt um neun am Karmeliterplatz
Eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung läuft bereits das Winzerfrühstück am Karmeliterplatz, von 9.00 bis 11.00 Uhr. Um 10.00 Uhr folgt am Hauptplatz die Eröffnung mit Bieranstich, ab 10.30 Uhr spielen die Bühnen in der ganzen Innenstadt. Unter dem Titel „So jung ist Aufsteirern" treten am Sonntag auch Nachwuchsgruppen auf.
Der Sonntag ist der vollere Tag, und zwar deutlich. 2025 kamen am Samstag rund 80.000 Menschen, am Sonntag bis zum Abend etwa 120.000. Wer Gedränge meidet, mit Kinderwagen unterwegs ist oder vor den Bühnen sitzen will, fährt am Samstagnachmittag besser. Wer den Bieranstich und die Trachtenvereine in voller Stärke sehen will, kommt am Sonntag vor zehn.
Was 2026 neu ist
Zum Jubiläum hat der Veranstalter drei Dinge geändert.
Die Herrengasse an beiden Tagen. Bisher fuhr samstags die Straßenbahn durch. Heuer wird sie schon ab Freitagabend umgeleitet, damit die Gleisflächen beide Tage frei sind. Gespielt wird bei der Jungferngasse und im nördlichen Abschnitt, mit Volksmusik- und Blasmusikgruppen und steirischen Ständen.
Ein Eröffnungskonzert im Congress. Am Mittwoch, 16. September, standen im Stefaniensaal Global Kryner, Thomas Gansch, Simone Kopmajer und das Härtel Quintett auf der Bühne. Das Konzert war der einzige Programmpunkt mit Eintritt, Karten kosteten ab 39,50 Euro.
Eine App mit Tanzpartnersuche. Neben Lageplan und Bühnenzeiten vermittelt sie Fahrgemeinschaften und sogenannte Taxitänzer, also geübte Tänzerinnen und Tänzer, die man zum Mittanzen anfordern kann. Eine Funktion namens „Anbandeln" soll Besucher miteinander bekannt machen. Die größte Besuchergruppe sind laut Veranstalter die 18- bis 29-Jährigen, was die Richtung erklärt. Im Lesliehof gibt es dazu Schnupperkurse im Jodeln, in Jägerliedern und im Volkstanz. Die Details hat MeinBezirk zur Programmpräsentation zusammengetragen.
Warum 25 Jahre, wenn es 2002 begann
Der Veranstalter zählt Festivaljahre, nicht Ausgaben in der Innenstadt. Von 2002 bis 2026 sind es 25 Jahre. Tatsächlich stattgefunden hat das Stadtfest seltener: 2020 und 2021 ersetzte es die Fernsehshow, und 2024 wurde es am Freitag vor dem Wochenende abgesagt, weil Sturmböen bis knapp 100 km/h angekündigt waren. „Gefahr im Verzug" titelte damals ORF Steiermark. Die Herrengasse als zweitägige Fläche ist dabei mehr als ein Geschenk zum Geburtstag: Laut ORF Steiermark wurde sie möglich, weil die Straßenbahn an diesem Wochenende ohnehin ausweicht und die Gleisflächen damit beide Tage frei bleiben.
Im Lesliehof betreibt das Steirische Volksliedwerk eine eigene Bühne mit Mitmachprogramm. Dort kann man unter Anleitung jodeln, Jägerlieder singen und Volkstänze lernen. Es ist außerdem der einzige Platz, an dem vor der Bühne Sessel stehen.
Straßenbahnen: drei Linien weichen aus, zwei werden ersetzt
Weil Hauptplatz und Herrengasse Veranstaltungsfläche sind, fährt dort das ganze Wochenende keine Straßenbahn. Die Umstellung beginnt schon am Freitagabend. Stand 18. September 2026 gelten diese Änderungen:
| Linie | Zeitraum | Änderung |
|---|---|---|
| 1, 4, 7 | Fr. 19.00 Uhr bis So. 24.00 Uhr | Umleitung über Andreas-Hofer-Platz statt durch die Herrengasse |
| 3, 5 | Sa. und So. | zusammengeführt zwischen Krenngasse, Jakominiplatz und Puntigam |
| E3,5 (Ersatzbus) | Sa. 4.30 Uhr bis So. 24.00 Uhr | Jakominiplatz bis Andritz |
| Bus 30 | Sa. 6.00 bis 20.00 Uhr | Umleitung über die Glacisstraße, Paulustor, Karmeliterplatz und Schauspielhaus entfallen |
| N1, N2, N7, N9 | Sa. 0.00 Uhr bis So. 4.30 Uhr | Halt Andreas-Hofer-Platz statt Hauptplatz |
Die Haltestellen Hauptplatz/Congress und Südtiroler Platz/Kunsthaus entfallen. Als Ersatz dienen Andreas-Hofer-Platz in der Neutorgasse und Bad zur Sonne in der Belgiergasse. Näher als bis zum Andreas-Hofer-Platz kommt man mit der Straßenbahn an diesem Wochenende nicht an die Herrengasse heran. Alle Linienwege mit Datum und Uhrzeit hat 5min am Freitag aufgelistet, den geänderten Netzplan stellt der Veranstalter auf seiner Anreiseseite als PDF bereit.
Für die Anreise aus der Steiermark empfiehlt der Veranstalter das Freizeit-Ticket Steiermark, das samstags, sonntags und feiertags den ganzen Tag im gesamten Verkehrsverbund gilt. Wie Zonen, Tageskarten und das Liniennetz sonst funktionieren, steht im Überblick zu den Grazer Öffis.
Mit dem Auto: zwei Garagen mit Sondertarif
Rund um die Festivalflächen ist gesperrt. Zwei Garagen rechnen an diesem Wochenende pauschal ab:
| Garage | Samstag, 19.00 Uhr, bis Sonntag, 8.00 Uhr | Sonntag, 8.00 bis 24.00 Uhr |
|---|---|---|
| Kastner & Öhler Parkgarage | 5,00 € | 10,00 € |
| Kunsthaus Parkgarage | 5,00 € | 10,00 € |
Der Samstagnachmittag fällt in keine der beiden Pauschalen, dort gilt der normale Stundentarif. Wer Samstag um 14 Uhr einfährt und bis zum Abend bleibt, zahlt also deutlich mehr als jemand, der erst zum Abendprogramm kommt. Alternativen und die Tarife der übrigen Häuser stehen im Beitrag zum Parken in Graz.
Bargeld, Hunde, Sitzplätze
- Bezahlen: An den Ständen wird grundsätzlich bar bezahlt. Karte funktioniert nicht überall, Bargeld also vorher abheben.
- Essen und Trinken: Rund 250 Aussteller verkaufen steirische Küche, Wein, Schilchersturm und Mehlspeisen. Das Programm weist vegetarische und vegane Angebote eigens aus.
- Sitzen: Biertischgarnituren stehen auf allen großen Plätzen. Bestuhlt ist nur der Bereich vor der Bühne im Lesliehof.
- Hunde: erlaubt, aber nur an der Leine. Der Veranstalter rät wegen Lautstärke und Gedränge davon ab.
- Infrastruktur: mobile Toiletten, darunter barrierefreie, Trinkbrunnen und Erste-Hilfe-Stellen sind über die Innenstadt verteilt.
Von der Idee 2001 zu 200.000 Gästen
Die Idee entstand 2001, die erste Ausgabe fand 2002 statt. Entscheidend war, dass von Beginn an alle steirischen Volkskulturverbände mitgemacht haben: Trachtenvereine, Volkstanzgruppen, Blasmusikkapellen, Chöre. Bis heute tragen sie das Programm, die Agentur organisiert den Rahmen.
| Jahr | Besucher | Anmerkung |
|---|---|---|
| 2002 | - | erste Ausgabe |
| 2019 | über 130.000 | laut Veranstalter |
| 2020 und 2021 | - | Pandemie, stattdessen TV-Format mit ORF 2 |
| 2023 | 175.000 | erstmals mit Mariahilferplatz |
| 2024 | - | wegen Sturmwarnung abgesagt |
| 2025 | rund 200.000 | 80.000 am Samstag, 120.000 am Sonntag |
Seit 2002 zählt der Veranstalter insgesamt 2,14 Millionen Besucherinnen und Besucher. 2025 standen rund 900 Musikerinnen und Musiker und 350 Tänzerinnen und Tänzer auf 18 Bühnen und Tanzböden. Zum Vergleich: Das Klanglicht kam im selben Jahr auf 108.310 Gäste an vier Abenden.
Was das Festival kostet und bringt
Freier Eintritt heißt nicht, dass das Festival nichts kostet. 2026 fördert das Land Steiermark mit 400.000 Euro, die Stadt Graz mit 82.000 Euro. Die Erlebnisregion Graz steuert 60.000 Euro zum Festival und 270.000 Euro zur Fernsehshow bei.
Dem stellt der Veranstalter eine Wertschöpfung von rund 17 Millionen Euro gegenüber, die in der Steiermark bleibt, österreichweit sollen es 21 Millionen sein. Das entspreche etwa 250 Vollzeitarbeitsplätzen. Die Grazer Hotels melden für das Wochenende eine um 30 bis 40 Prozent höhere Auslastung. Diese Zahlen kommen vom Veranstalter selbst und aus der Stadtpolitik, eine unabhängige Studie dazu ist nicht veröffentlicht. Landeshauptmann Mario Kunasek, der auch das Volkskulturressort führt, sagte bei der Präsentation: „Die Volkskultur ist nichts Verstaubtes."
Die Show im ORF
Aus der Zwangspause entstand ein eigenes Fernsehformat. Als das Festival in der Pandemie nicht in gewohnter Form stattfinden konnte, entwickelten Veranstalter und ORF 2 ab 2020 eine Show, in der Volkskulturgruppen auf bekannte Namen aus Kunst, Kultur und Sport treffen. Das Format blieb, auch als die Innenstadt wieder voll war.
„Aufsteirern - Die Show der Volkskultur" läuft 2026 zum siebten Mal, am Samstag, 24. Oktober, um 20.15 Uhr in ORF 2. Aufgezeichnet wird in den Kasematten am Schlossberg. Der ORF rechnet mit rund 500.000 Zuschauerinnen und Zuschauern, also mit mehr als doppelt so vielen Menschen, wie an beiden Festivaltagen zusammen in die Stadt kommen.
Wie es 2027 weitergeht
Einen Termin für 2027 hat der Veranstalter bis zum Festivalwochenende nicht genannt. Aus den letzten Jahren lässt sich nur ablesen, dass das Aufsteirern im September liegt: 2025 fiel es auf den 13. und 14., 2026 auf den 19. und 20. Die Absage von 2024 zeigt außerdem, dass ein Freiluftfest dieser Größe am Wetter hängt - bei Sturmwarnung lohnt vor der Anreise ein Blick auf die Seite des Veranstalters. Das Programm für 2026 wurde am 17. Juni präsentiert. Was im September sonst in der Stadt läuft, steht im Kalender für den September, die Termine der nächsten Tage im Veranstaltungskalender.