GRAZ JOURNAL

Opernredoute Graz: Karten, Logen, Dresscode und der Weg aufs Eröffnungsparkett

Am 30. Jänner 2027 wird die Oper Graz zum 26. Mal zum Ballsaal. Die Karte kostet 280 Euro, für Junge bis 27 gibt es sie um 83, eine Loge am Balkon um bis zu 6.700 Euro.

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Opernredoute Graz: Karten, Logen, Dresscode und der Weg aufs Eröffnungsparkett

Die 26. Opernredoute auf einen Blick

WasAngabe
TerminSamstag, 30. Jänner 2027
OrtOper Graz, Kaiser-Josef-Platz 10
Beginn18.30 Uhr
Eröffnungsshow21.00 Uhr
Mitternachtsshow0.00 Uhr
Ende5.00 Uhr
Motto„Glanz, Tanz und Eleganz"
Eintrittskarte280 €
Jugend- und Studentenkarte bis 2783 €
Dresscodegroßes, langes Abendkleid; Frack, Smoking oder Galauniform
Gäste 2026rund 2.500

Die Opernredoute liegt traditionell auf dem letzten Samstag im Jänner, so steht es auf der Ticketseite des Balls. Seit 1999 hält sich die Oper Graz an diesen Termin. Das Motto für 2027 steht bereits auf der Produktionsseite der Oper, wer durch den Abend führt und was die Mitternachtsshow zeigt, noch nicht.

Was ein Platz kostet

Die Eintrittskarte ist die Grundlage für alles. Wer sitzen will oder die Shows von oben sehen möchte, bucht ein Zusatzangebot dazu. Die Preise für 2027, jeweils zusätzlich zur Karte:

ZusatzangebotPreis
Galerie, Sitzplatz für Eröffnungs- und Mitternachtsshow10 € pro Person
Galerie, 1. bis 3. Reihe40 € pro Person
Tisch in der Moonlight Bar oder der Piano Champagner Bar130 € pro Person
Tisch in der Bar-Rokoko auf der Seitenbühne180 € pro Person
Tisch Parterre oder Balkon, 2. Reihe380 € pro Person
Tisch Parterre oder Balkon, 1. Reihe440 € pro Person
Loge Parterre 1 bis 3, ideal bis 8 Personen2.200 € pro Loge
Regieloge Parterre, ideal bis 10 Personen2.650 € pro Loge
Loge Balkon und Rang 1 bis 6, ideal bis 8 Personen5.100 € pro Loge
Loge 7, ideal bis 9 Personen5.650 € pro Loge
Logen 8 und 9, ideal bis 10 Personen6.700 € pro Loge

Ein Detail, das man leicht übersieht: Die Sitzplätze der Galerie sind während Eröffnungs- und Mitternachtsshow nur mit dem Galerie-Zusatzticket zugänglich. Stehplätze auf der Galerie gibt es auch ohne. Tische und Logen reserviert die Oper ausschließlich per Mail oder direkt im Ticketzentrum am Kaiser-Josef-Platz 10, Telefon +43 316 8000.

Was der Abend pro Person kostet

Rechnet man Karte und Zusatzangebot zusammen und teilt Logen durch die angegebene ideale Personenzahl, ergibt sich diese Spanne:

Variantepro Personfür zwei
Jugendkarte bis 2783 €166 €
Eintrittskarte280 €560 €
Karte und Galerie, 1. bis 3. Reihe320 €640 €
Karte und Tisch Moonlight Bar410 €820 €
Karte und Loge Parterre 1 bis 3, zu acht555 €1.110 €
Karte und Tisch Parterre, 1. Reihe720 €1.440 €
Karte und Loge Balkon 1 bis 6, zu acht917,50 €1.835 €
Karte und Loge 8 oder 9, zu zehnt950 €1.900 €

Zwei Dinge fallen auf. Die Jugendkarte ist um 70 Prozent billiger als die normale Karte, wer 27 oder jünger ist, sollte also nie den Vollpreis zahlen. Und eine Parterreloge zu acht kommt pro Kopf billiger als ein Tisch in der ersten Parterrereihe. Wer eine Runde zusammenbekommt, hat mit der Loge einen eigenen Platz und zahlt weniger.

Dazu kommt ein Rabatt über die Bühnen Graz Card. Sie kostet 70 Euro im Jahr und gibt 10 Prozent auf Karten für die Opernredoute, bei 280 Euro also 28 Euro pro Karte. Für ein Paar allein lohnt sie sich damit nicht: Selbst wenn der Rabatt auf beide Karten gilt, stehen 56 Euro Ersparnis 70 Euro Gebühr gegenüber. Interessant wird sie für alle, die im Jahr ohnehin ins Theater gehen, denn auf Vorstellungen der Hauptbühnen in Oper und Schauspielhaus gibt es 30 Prozent. Menschen mit Beeinträchtigung und ihre Begleitpersonen bekommen laut Oper einen vergünstigten Eintritt.

So läuft die Nacht

Ab dem Mittwoch vor dem Ball wird das Opernhaus umgebaut. Die Bestuhlung im Parkett kommt heraus, rund 800 Quadratmeter Parkett verbinden Zuschauerraum und Bühne zu einer einzigen Tanzfläche. 2026 verteilte sich der Abend auf zehn thematisch gestaltete Bereiche und 20 Bars, berichtete der ORF Steiermark. Der Ablauf laut Programmseite:

  • 18.30 Uhr: Beginn, die Gäste flanieren durch Foyers und Salons.
  • 21 Uhr: Eröffnung im großen Ballsaal mit dem Chor der Oper Graz, den Grazer Philharmonikern und rund 100 jungen Tänzerinnen und Tänzern des Eröffnungskomitees. Nach dem Ballettnachwuchs der Oper und der Ballett Akademie Graz folgt die Polonaise, dann heißt es „Alles Walzer".
  • 0 Uhr: Mitternachtsshow, choreografiert von Ballettdirektor Dirk Elwert. Der Inhalt bleibt bis zum Abend geheim.
  • Nach Mitternacht: die erste Quadrille, eine zweite folgt um 2.30 Uhr für alle, die später dazukommen.
  • 5 Uhr: Finale.

Im großen Ballsaal spielten 2026 neben den Philharmonikern das Orchester Sigi Feigl und das Grazer Salonorchester, in der Moonlight Bar im Galeriefoyer legte ein DJ auf, in der Piano Champagner Bar im Spiegelfoyer saß ein Pianist. Nur an diesem einen Abend im Jahr gibt es die eigens gemachten Opernredoute-Würstel.

Mittanzen: das Polonaise-Casting

Wer die Redoute nicht nur besuchen, sondern eröffnen will, muss zum Casting. Die Oper sucht dafür Tänzerinnen und Tänzer zwischen 16 und 28 Jahren mit Walzerkenntnissen und überzeugendem Auftreten. Das Casting für 2027 findet am Samstag, 14. November 2026, um 13 Uhr in der Oper Graz statt, die Anmeldung läuft über die Seite des Eröffnungskomitees. 2026 tanzten 56 Paare die Polonaise.

Wer genommen wird, investiert Zeit. Der Probenplan für 2027 umfasst sieben Probentage zwischen 12. Dezember und 24. Jänner, jeweils im Landessportzentrum Steiermark in der Jahngasse 3. Zusammengezählt sind das 43 Probenstunden für die Eröffnung. Die Choreografie stammt von Patricia Stieder-Zebedin und Wolfgang Nicoletti, die Tänzerinnen tragen ein eigens entworfenes Diadem, die Tänzer passende Manschettenknöpfe.

Unter den Eröffnern der ersten Stunde war übrigens der heutige Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl, der nach eigenen Worten 1999 die erste Redoute mit eröffnet hat.

Anreise mit Freifahrt

Die Karte zur Opernredoute ist zugleich ein Öffi-Ticket. Mit der Aktion „Freie Fahrt" fährt man am Balltag ab 15.30 Uhr bis 12 Uhr des Folgetages gratis im gesamten Verkehrsverbund Steiermark, also auch aus Leoben, Leibnitz oder Hartberg mit Zug und Bus. Die Oper liegt an der Haltestelle Kaiser-Josef-Platz/Opernhaus, erreichbar mit den Straßenbahnlinien 1 und 7 und den Buslinien 30, 31 und 39.

Mit dem Auto gibt es für die Parkgarage am Opernring vergünstigte Parktickets, erhältlich am Informationsstand im Foyer, nachdem das Auto abgestellt ist. Parkplätze für Menschen mit Beeinträchtigung liegen auf Ebene 1 der Garage, ein Seiteneingang der Oper ist barrierefrei. Wer einen Frack oder Smoking nur für diese Nacht braucht, kann ihn im Kostümfundus von art + event in der Bürgergasse 6 ausleihen.

Seit 2018 ein Green Event

Die Opernredoute gibt es seit 1999, 2026 fand die 25. Ausgabe statt, mit rund 2.500 Gästen. Seit 2018 erfüllt der Ball die Muss-Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens für Green Events, im selben Jahr gewann er beim Austrian Event Award Gold im Sonderpreis Green Events. Als erster Ball Österreichs wurde er in die Hall of Fame der Initiative „Nachhaltig Gewinnen" des damaligen Nachhaltigkeitsministeriums aufgenommen. Die Freifahrt, regionale und teils biologische Kulinarik und weniger Drucksorten gehören zu diesem Konzept, beschreibt die Oper auf ihrer Green-Event-Seite.

Der Reinerlös fließt in die Instandhaltung des Opernhauses und in den künstlerischen Betrieb. Die Ausstattung stammt seit 1999 von Designerin Mignon Ritter, organisiert wird der Ball von Bernd Pürcher. Wie das Haus außerhalb der Ballnacht bespielt wird und was eine Opernkarte sonst kostet, steht im Porträt der Oper Graz. Sechs Tage nach der Redoute folgt mit dem Bauernbundball das Gegenstück: 16.000 Gäste statt 2.500, Tracht statt Frack und ein Eintritt, der 2026 bei 49 Euro lag.

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