GRAZ JOURNAL

styriarte Graz: Termine, Karten, Spielorte und die Geschichte seit 1985

Die styriarte 2027 läuft von 25. Juni bis 25. Juli unter dem Motto „Phantastisch!". 2026 waren 94 Prozent aller Karten verkauft, wer günstig hinein will, braucht also einen Plan.

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styriarte Graz: Termine, Karten, Spielorte und die Geschichte seit 1985

Die styriarte 2027 auf einen Blick

WasAngabe
TerminFreitag, 25. Juni, bis Sonntag, 25. Juli 2027
Motto„Phantastisch!"
Programm onlineab Freitag, 20. November 2026, 12 Uhr
Programmpräsentation21. November 2026, beim Apéro im Palais Attems
KartenbüroPalais Attems, Sackstraße 17, Mo. bis Fr. 10 bis 18 Uhr, Tel. +43 316 825 000
Preise 2026ab 26 € pro Karte, unter 27 Jahren die Hälfte
IntendantMathis Huber, seit 1991

Termin und Motto stehen auf der Festivalseite der styriarte, das Programm folgt im November. Laut Intendant Mathis Huber ist die Ausgabe 2027 „schon einigermaßen fertig konzipiert", sagte er bei der Bilanz im Juli gegenüber ORF Steiermark. Die Finanzierung durch das Land Steiermark ist über einen Dreijahresvertrag für 2026 und 2027 zugesagt, für 2028 steht sie noch zur Diskussion.

Was 2027 neu ist

Für 2027 holt sich die styriarte zusätzlich zum eigenen Team Kuratorinnen und Kuratoren ins Haus, gesucht wurden sie für fünf Felder: Alte Musik, Klassik, Neue Musik, Global Music und Pop. Laut Ausschreibung und Ergebnis meldeten sich 67 Leute aus der ganzen Welt, mit neun von ihnen arbeitet das Festival nun an Projekten für 2027. Das passt zur Richtung der letzten Jahre: Neben Mozart, Haydn und Mahler stehen Klezmer, Tango Nuevo, Jazz und sinfonische Pop-Abende im Programm.

Was eine Karte kostet

Die Preise für 2027 erscheinen mit dem Programm. Eine Auswahl aus 2026 zeigt die Spanne, gestaffelt in drei oder vier Kategorien:

Produktion 2026SpielortPreise
Zauberflöte für Bläser, mit PicknickSchloss Eggenberg26 / 52 / 78 €
Ein Tag mit Joseph Haydn, je KonzertSchloss Eggenberg26 / 52 / 78 €
Romantische NachtHelmut List Halle26 / 52 / 78 €
Mahlers ZweiteHelmut List Halle39 / 78 / 117 €
A Symphonic Tribute to the BeatlesHelmut List Halle39 / 78 / 117 €
Haydns SchöpfungHelmut List Halle39 / 78 / 117 / 156 €
De Profundis, Jordi SavallHelmut List Halle39 / 78 / 117 / 156 €

Die Preise stammen von den Produktionsseiten 2026. Ermäßigungen und Abos gelten laut Ticketinfo für alle Festivals des Hauses. Daraus ergibt sich, was ein Konzertabend auf den verschiedenen Wegen kostet:

WegPreis pro KonzertHaken
Einzelkarte, günstigste Kategorie26 €bei gefragten Terminen früh vergriffen
Restplatzabo, 5 Konzerte um 76 €15,20 €limitiert, Auswahl 5 aus 7 erst Ende Mai
Restplatzabo, 8 Konzerte um 104 €13 €limitiert, Auswahl 8 aus 10 erst Ende Mai
Unter 27 oder Studium an der Uni Graz bis 30ab 13 €50 Prozent auf Einzelkarten
Jolly Joker, 6 Stück um 36 €6 €das Haus bietet die Konzerte an, Nachricht eine Woche vorher per E-Mail
Restkarte an der Konzertkassa, unter 27 oder Studium an der Uni Graz5 €nur bei Verfügbarkeit, ab 15 Minuten vor Beginn

Mit dem großen Restplatzabo kostet ein Konzert also die Hälfte der günstigsten Einzelkarte, dafür stehen die Konzerte erst Ende Mai fest, und gewählt wird aus einer vorgegebenen Liste. Die Joker gelten für das ganze Haus, nicht nur für den Sommer: Angeboten werden mindestens zehn Termine im Jahr, und wer einen Joker bekommt, entscheidet selbst, ob er ihn einsetzt. Beim Haydn-Tag 2026 lohnte das Kombiticket: Alle drei Konzerte kosteten in der günstigsten Kategorie 52 statt 78 Euro, das dritte war damit gratis. Das Kombiticket gab es nur im Kartenbüro. Zur Zauberflöte in Schloss Eggenberg gehörte ein Picknick im Schlosspark, die Picknick-Box kostete 17 Euro extra, zusammen mit der günstigsten Karte also 43 Euro pro Person.

Karten lassen sich bis zwei Werktage vor dem Konzert in eine Gutschrift umwandeln, die 30 Jahre gültig ist, oder gegen ein anderes Konzert tauschen. Menschen mit Behinderung zahlen die Hälfte, ebenso die Begleitperson von Besucherinnen und Besuchern im Rollstuhl. Wer den Kulturpass hat, bekommt über „Hunger auf Kunst & Kultur" bei Verfügbarkeit Karten, Reservierung ab zwei Wochen vor dem Termin.

Die Bilanz 2026: 94 Prozent ausgelastet

Die styriarte 2026 stand unter dem Motto „Licht Spiele" und lief von 26. Juni bis 26. Juli. Die Zahlen aus der Festivalbilanz:

styriarte 2026Zahl
Projekte32
geplante Vorstellungen65
tatsächliche Vorstellungen72
aufgelegte Kartenmehr als 32.000
verkaufte Karten30.537
Auslastung94 Prozent
vom ORF-Radio aufgezeichnet8 Konzerte

Wegen der Nachfrage wurden sieben Vorstellungen nachgeschoben. Umgerechnet kamen auf jeden der 31 Festivaltage knapp 1.000 Besucherinnen und Besucher. Huber rechnet sonst mit einer Auslastung um die 90 Prozent. Der Beatles-Abend der Dirigentin Elisabeth Fuchs mit Monika Ballwein, der Camerata Styria und dem Festspiel-Orchester war an allen drei Terminen ausverkauft. In den Vorjahren hatte Fuchs dasselbe mit ABBA und Queen gemacht.

Kernstück war Mahlers Zweite Symphonie mit dem Styriarte Youth Orchestra unter Mei-Ann Chen in der Helmut List Halle, übertragen als 19. ORF Steiermark-Klangwolke, live in ORF III und zeitversetzt auf Radio Steiermark. Zum Finale am 26. Juli dirigierte Jordi Savall, der seit den 1990er-Jahren zu den Fixpunkten des Festivals gehört, das Te Deum von Charpentier, dessen erste Takte als Eurovisionsmelodie bekannt sind. Am Morgen desselben Tages erklang am Schöckl zum Sonnenaufgang die Uraufführung „Ambrosia" von Maria Gstättner für vier Alphörner und Blechbläserquintett.

Wo gespielt wird

„Graz ist unser Star", lautet ein Leitsatz des Festivals. Gespielt wird an historischen und neuen Orten der Stadt, dazu an einzelnen Tagen in der Steiermark:

  • Palais Attems, Sackstraße 17: Stammhaus, Kartenbüro und Spielort des Styriarte-Studios.
  • Helmut List Halle: die große Bühne für Oratorium, Symphonie und die Pop-Abende.
  • Schloss Eggenberg: Kammermusik im Planetensaal, bei Schönwetter mit Programm im Schlosspark.
  • Stefaniensaal, Minoritensaal, Grazer Burg, Next Liberty: weitere Säle in der Stadt.
  • Außerhalb von Graz: die Pfarrkirchen in Stainz und Pöllau, das Schöckl-Ostplateau und Orte wie Fürstenfeld, Straden und St. Veit am Vogau.

Zu den Konzerten außerhalb von Graz fährt ein Bus der styriarte. Foyer und Kassa öffnen eine Stunde vor Beginn, die meisten Konzerte dauern 60 bis 70 Minuten und laufen ohne Pause. Wer zu spät kommt, wird beim Applaus auf Ersatzplätze gebracht, erklärt das Festival auf der Seite Ihr Besuch. Vor einigen Konzerten gibt es 20 Minuten vor Beginn eine kurze Einführung im Foyer.

Von den Bach-Passionen bis zum Beatles-Abend

Die styriarte wurde 1985 als Festival für Alte Musik gegründet, und zwar für den in Graz aufgewachsenen Dirigenten Nikolaus Harnoncourt. Die Nachrichtenagentur APA hat die Entwicklung zum 30. Geburtstag nachgezeichnet, veröffentlicht unter anderem in der Tiroler Tageszeitung:

JahrWas
1985erste styriarte, Harnoncourt dirigiert Bachs Johannes- und Matthäuspassion
1986Purcells „Dido and Aeneas" mit Thomas Hampson
1991Mathis Huber übernimmt die Leitung
1992erstmals ein Motto statt eines Jahresregenten: „Sommer Nacht Traum"
2001Viktor Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis" in der Tramwayremise Mariatrost
2009Harnoncourt dirigiert Gershwins „Porgy and Bess"
201530. Ausgabe, Harnoncourt muss erstmals krankheitsbedingt Konzerte absagen
2016Harnoncourt stirbt im Alter von 86 Jahren
2026„Licht Spiele", 30.537 verkaufte Karten

Breiter wurde das Programm schon unter Huber in den 1990er-Jahren, mit Jazz von Jan Garbarek und einer Personale mit Arvo Pärt. Heute reicht es bis zu Klezmer und sinfonischem Pop. In der Bilanz 2026 stellt das Festival selbst die Frage, ob sich Harnoncourt angesichts dieser Entwicklung im Grab umdrehen würde, und antwortet mit „Im Gegenteil": Es seien seine Ideen, dass Musik etwas bedeuten und bewirken müsse, und dazu brauche es ein begeisterungsfähiges Publikum.

Das Haus styriarte übers Jahr

Der Sommer ist nur ein Teil. Laut Huber war das Haus 2025 mit 172 Veranstaltungen ein Ganzjahresbetrieb, nur im August ruht es fast. Dazu gehören:

  • Psalm, das Osterfestival: 2026 unter dem Titel „Sonnenlicht" mit 6.056 Besucherinnen und Besuchern in neun Produktionen. Wegen der Nachfrage wird Psalm 2027 um zwei Tage verlängert und läuft von Freitag, 19. März, bis Ostermontag, 29. März 2027.
  • Recreation, das Orchester des Hauses: 2026/27 in seiner 25. Saison mit 13 Projekten von Oktober bis Juni, im Stefaniensaal und mit einer Barockreihe im Minoritensaal.
  • Meerschein: eine winterliche Konzertreihe mit fünf Produktionen im Minoritensaal.
  • Silvester: „Graz im Dreivierteltakt" am 31. Dezember 2026.

Für Kinder ab drei Jahren gibt es mit dem Styriarte-Kinderzimmer eigene Konzerte und Musiktheater. Was sonst im Grazer Sommer auf dem Programm steht, von Straßenkunst bis Open-Air-Kino, steht im Überblick zum Sommer in Graz.

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