GRAZ JOURNAL

Cirque Noël in Graz: Programm, Termine und Kartenpreise

Von 18. Dezember 2026 bis 8. Jänner 2027 zeigt der Cirque Noël im Orpheum zwei Produktionen des Neuen Zirkus, eine davon als Weltpremiere. Karten kosten zwischen 34 und 84 Euro.

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Cirque Noël in Graz: Programm, Termine und Kartenpreise

Zwei Stücke, drei Wochen, ein Saal

Der Cirque Noël 2026/27 läuft von 18. Dezember 2026 bis 8. Jänner 2027 im Orpheum in der Orpheumgasse 8. Gespielt werden zwei Produktionen hintereinander: bis 29. Dezember „Canon" der australischen Kompanie Gravity & Other Myths, ab 2. Jänner „Secrets" der katalanischen Compañía de Circo „eia". Beide sind ab sechs Jahren empfohlen und kommen ohne Pause aus.

CanonSecrets
KompanieGravity & Other Myths, AustralienCompañía de Circo „eia", Katalonien
Zeitraum18. bis 29. Dezember 20262. bis 8. Jänner 2027
Auf der Bühne8 Artistinnen und Artisten5 Artistinnen und Artisten
Dauer60 Minuten70 Minuten
Alterab 6 Jahrenab 6 Jahren
BesonderheitWeltpremiere in GrazKoproduktion mit dem Cirque Noël

Wer beim Wort Zirkus an Manege, Tiere und Clowns denkt, liegt hier falsch. Der Neue Zirkus kommt ohne all das aus. Auf der Bühne stehen Akrobaten, oft in Alltagskleidung, und erzählt wird über Körper, Musik und Licht. Das Format steht dem Tanztheater näher als dem Wanderzirkus.

Canon: acht Körper und ein Orchesterrepertoire

Gravity & Other Myths aus Adelaide sind in Graz Stammgäste. „Canon" ist ihre achte Produktion beim Cirque Noël, und sie kommt als Weltpremiere: Die ersten Zuschauer überhaupt sitzen am 18. Dezember im Orpheum. Das Stück verbindet Akrobatik mit klassischer Musik und fragt, was passiert, wenn alte Ideen auf neue Körper treffen. Regie führt Darcy Grant, die Musik stammt von Sxip Shirey und Quincy Grant. Koproduziert wird mit dem Brandenburger Theater und dem Chamäleon Berlin, entwickelt wurde es in Zusammenarbeit mit den Brandenburger Symphonikern. Alle Details stehen auf der Stückseite des Festivals.

Die Kompanie arbeitet fast ohne Requisiten. Menschen werfen Menschen, fangen sie, stapeln sich zu Türmen, und das Risiko dabei ist echt. In Graz war sie unter anderem mit „A Simple Space" 2017, „Backbone" 2018, „Out of Chaos" 2022 und im Winter 2024/25 gleich mit zwei Stücken zu sehen, „The Mirror" und „10.000 Hours". Kein anderes Ensemble hat das Festival so geprägt.

TagBeginn
Fr., 18. Dezember (Premiere)19.00 Uhr
Sa., 19. Dezember19.00 Uhr
So., 20. Dezember17.00 Uhr
Mo., 21., bis Mi., 23. Dezember19.00 Uhr
Fr., 25. Dezember17.00 Uhr
Sa., 26. Dezember19.00 Uhr
So., 27. Dezember15.00 und 19.00 Uhr
Mo., 28. Dezember19.00 Uhr
Di., 29. Dezember17.00 Uhr

Am Heiligen Abend ist spielfrei. Für kleinere Kinder sind die 17-Uhr-Termine und die Nachmittagsvorstellung am 27. Dezember die naheliegende Wahl: Um 18 Uhr ist man wieder draußen. Am Sonntag, 20. Dezember, um 11.30 Uhr geben die Australier außerdem einen Workshop namens Creative Tumbling, der sich an fortgeschrittene Akrobatinnen und Akrobaten richtet.

Secrets: fünf Artisten und das Vergehen der Zeit

Die Compañía de Circo „eia" war schon 2022/23 mit „Nuye" in Graz. Ihr neues Stück handelt vom Vergehen der Zeit und von dem, was sich dabei verändert, erzählt mit Akrobatik, Humor und leisen Bildern. Die künstlerische Leitung hat Francesca Lissia. An „Secrets" sind zwölf Häuser aus Spanien, Belgien, Frankreich, Italien und Österreich als Koproduzenten beteiligt, der Cirque Noël ist einer davon. Die Kompanie wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Preis der Stadt Barcelona 2011, dem spanischen Theaterpreis MAX 2017 und dem Zirkólika-Preis 2022. Mehr dazu auf der Seite zu „Secrets".

TagBeginn
Sa., 2. Jänner (Premiere)19.00 Uhr
So., 3. Jänner17.00 Uhr
Di., 5. Jänner19.00 Uhr
Mi., 6. Jänner19.00 Uhr
Do., 7. Jänner19.00 Uhr
Fr., 8. Jänner17.00 Uhr

Was die Karten kosten

Der Cirque Noël ist kein billiger Abend. Das Orpheum wird in drei Kategorien verkauft, Kinderpreise gelten bis 15 Jahre (Stand September 2026):

KategorieErwachseneKinder bis 15
I84 €54 €
II74 €44 €
III64 €34 €

Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern zahlt in der günstigsten Kategorie 196 Euro, in der teuersten 276 Euro. Für eine Stunde Programm ist das viel, und es ist der Grund, warum sich der Blick auf die Spartage lohnt: An den Vorstellungen von 21. bis 23. Dezember sowie am 3. und 5. Jänner sind die Karten je nach Kategorie um 4 bis 10 Euro billiger. Bei vier Personen sind das bis zu 40 Euro.

Weitere Ermäßigungen:

  • Schüler, Studierende und Lehrlinge bekommen mit Ausweis an der Abendkasse ermäßigte Karten, sofern noch welche da sind.
  • Gruppen ab zehn Karten für dieselbe Vorstellung erhalten gestaffelte Rabatte, Anfragen an [email protected].
  • Ö1-Club-Mitglieder bekommen Ermäßigung auf höchstens zwei Karten.
  • Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer und ihre Begleitpersonen haben eigene Konditionen.
  • Über die Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur" gibt es Karten nach Verfügbarkeit.

Verkauft wird über das Ticketzentrum der Bühnen Graz am Kaiser-Josef-Platz 10, telefonisch unter 0316 8000, und über die Tourismusinformation in der Herrengasse 16. Der Vorverkauf endet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn, zur selben Zeit öffnet die Abendkasse im Orpheum.

Wie viele Plätze es überhaupt gibt

Das Orpheum hat im Großen Saal 603 Sitzplätze. „Canon" wird zwölfmal gespielt, „Secrets" sechsmal. Das ergibt über die ganze Saison rund 10.800 Plätze, verteilt auf 18 Vorstellungen. Das ist wenig für ein Festival, das Familien aus der ganzen Steiermark anzieht. Die Termine an den Feiertagen sind jene, die Familien mit Schulkindern zuerst ins Auge fassen. Wer flexibel ist, hat an den Spartagen vor dem Heiligen Abend die bessere Auswahl zum niedrigeren Preis.

Rollstuhlplätze werden nicht online verkauft, sondern über das Kartenbüro der Grazer Spielstätten unter 0316 8008-9000 vergeben. Das Haus ist barrierefrei erreichbar. Die Garderobe öffnet mit dem Einlass und schließt 30 Minuten nach Ende der Vorstellung.

Seit 2008: das Archiv

Der Cirque Noël ist der Winterableger von La Strada, dem Grazer Festival für Straßenkunst, Figurentheater und zeitgenössischen Zirkus, das jeden Sommer Plätze und Parks bespielt, 2026 von 31. Juli bis 8. August. Intendant beider Festivals ist Werner Schrempf. Das Festival selbst beschreibt seinen Anspruch so: die Magie des traditionellen Zirkus mit der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Themen zu verbinden. Die erste Ausgabe fand im Winter 2008/09 statt, damals mit dem Pariser Cirque Romanès. Das Programmarchiv des Festivals zeigt, wie sich das Profil seither geschärft hat:

SaisonKompanie und Stück
2008/09Cirque Romanès: Cirque Tsigane
2009/10Circus Klezmer
2010Adrian Schvarzstein: Call me Maria
2011/12Compagnie Akroeacro: Pfffffff
2012/13Circus Ronaldo: Amortale
2014/15Cirkus Cirkör: Underart
2015/16Adrian Schvarzstein: Seasons
2016/17Cirque Éloize: Cirkopolis
2017/18Gravity & Other Myths: A Simple Space; The 7 Fingers: Réversible
2018/19Company 2: Scotch & Soda; Gravity & Other Myths: Backbone; Acrobuffos: Airplay
2019/20Cirkus Younak; Compagnia Baccalà: Pss Pss; The 7 Fingers: Passagers
2021/22Barcode Circus Company: Sweat & Ink; Familie Flöz: Feste
2022/23Gravity & Other Myths: Out of Chaos; Gardi Hutter: Gaia Gaudi; „eia": Nuye
2023/24Cirque Le Roux: The Elephant in the Room; A Deer in the Headlights
2024/25Gravity & Other Myths: The Mirror; 10.000 Hours
2025/26FLIP Fabrique: Six°; Circa: Wolf

Zwei Dinge fallen auf. In den ersten Jahren kam eine Kompanie pro Winter, seit 2017 sind es zwei oder drei. Und die Herkunft hat sich verschoben: Anfangs spielten vor allem europäische Truppen mit Wurzeln im Wander- und Familienzirkus, heute prägen Ensembles aus Australien und Kanada das Programm, die weltweit zu den Großen des Genres zählen. Für die Winter 2013/14 und 2020/21 verzeichnet das Archiv keine Produktion.

2015/16 produzierte das Festival selbst: „Seasons" unter der Leitung von Adrian Schvarzstein war ein Zirkus-Musiktheater mit 21 Mitwirkenden aus acht Nationen. Dass Graz nun eine Weltpremiere von Gravity & Other Myths bekommt, zeigt, wie fest die Stadt inzwischen auf der Landkarte dieser Szene steht.

Anreise: drei Minuten ab Roseggerhaus

Die nächste Haltestelle ist Roseggerhaus, angefahren von den Straßenbahnlinien 1, 4, 6 und 7 und den Buslinien 40, 67 und 67E. Von dort sind es rund drei Gehminuten über die Volksgartenstraße in die Orpheumgasse. Eintrittskarten der Bühnen Graz gelten unter dem Titel „Freie Fahrt" als Fahrschein im gesamten Verkehrsverbund Steiermark, ab vier Stunden vor bis sieben Stunden nach Vorstellungsbeginn. Der Cirque Noël ist im Orpheum ein Gastspiel eines eigenen Veranstalters. Ob die Regelung für seine Karten gilt, steht auf dem Ticket, ein Blick darauf vor der Abfahrt erspart den Fahrschein oder die Strafe.

Mit dem Auto gibt es eine Regelung, die man kennen muss, weil sie nicht für alle Vorstellungen greift. In der Parkgarage Styria Center, Einfahrt Strauchergasse 5, zahlen Orpheum-Besucher ab 19 Uhr höchstens 5 Euro für die ganze Nacht bis 8 Uhr früh. Dafür muss das Kennzeichen am Tablet an der Orpheum-Bar entwertet werden. Für die Vorstellungen um 15 und 17 Uhr hilft das nicht, dort gilt der normale Garagentarif. Details zu den Parkhäusern im Zentrum stehen im Beitrag zum Parken in Graz.

Der Abend davor und danach

Was das Haus sonst spielt, steht im Porträt des Orpheums samt aktuellem Programm. Wer den Zirkusbesuch mit dem Advent verbindet, findet die Öffnungszeiten aller Märkte in der Übersicht der Grazer Christkindlmärkte, die am 24. Dezember schließen. Für die Tage danach bleiben die Eiskrippe im Landhaushof bis 6. Jänner und das Programm zu Silvester in Graz. Weitere Ideen für die Ferien sammelt der Beitrag Graz mit Kindern.

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